Corona-Krise

ANWR fordert Nachbesserung am Schnellkredit-Programm

Frank Schuffelen (Foto: ANWR)
Frank Schuffelen (Foto: ANWR)

Trotz des neuen KfW Schnellkredit-Programms klaffe noch immer eine große Lücke im Hilfsprogramm der Bundesregierung, kritisiert die ANWR Group. Kleine Händler blieben außen vor.

Rund 3 Mio. kleine Unternehmen in Deutschland fallen nach Angaben der ANWR noch immer durch das Raster und sind nicht antragsberechtigt. Hohe Arbeitslosigkeit und aussterbende Innenstädte seien die Folge. „Wir brauchen dringend und schnell die Korrektur des KfW Schnellkredit-Programms“, fordert Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group. „Ansonsten ist zu befürchten, dass viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen und vor allem die kleineren Innenstädte verwaisen, da die Vielfalt des Einzelhandels verloren geht.“ Frank Schuffelen hofft auf den Bundestag, der die Vorlage in der Woche nach Ostern auf Basis einer entsprechenden Anpassung noch verabschieden muss.

Die Direkthilfeprogramme der Länder, die der Bund für Soloselbständige mit 9.000 Euro und für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten mit 15.000 Euro fördert, reichen laut ANWR für die meisten dieser mittelständischen Betriebe nicht aus, um die in der Krisenzeit bestehenden Kosten zu decken und die jetzt benötigte Sommerware zu finanzieren. Die Lager seien voll, die aktuelle Frühjahresware sei bezahlt, könne aber in diesem Jahr nicht mehr verkauft werden. Eine große Belastung würden zudem die Mietzahlungen darstellen. Die ausfallenden Umsätze durch eine unverschuldete Ladenschließung – bei weiterhin bestehenden Mietforderungen – könnten die Händler auf Dauer nicht stemmen. Auch hier sieht die ANWR Group eine Unterstützung für dringend geboten. Neben der Politik sieht die Verbundgruppe gleichzeitig auch die Vermieter in der Pflicht, einen Teil der Last zu tragen. Hier müsse der Gesetzgeber schnell Rechtssicherheit schaffen.

Der vergangene Woche von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte KfW Schnellkredit mit einer 100-prozentigen Staatsabsicherung gilt für Unternehmen von 11 bis 249 Vollzeit-Mitarbeitern. Viele angeschlossenen Schuh-, Sport- und Lederwarenhändler in der ANWR Gruppe haben zwar 10 oder mehr Mitarbeiter, diese sind allerdings überwiegend in Teilzeit angestellt. Nach einschlägigen Statistiken fallen insgesamt rund 3 Mio. Unternehmen in Deutschland unter die Schwelle des Förderprogramms. „Es kann doch nicht sein, dass es nur daran  scheitert, dass viele Händler keine 10 Vollzeitkräfte beschäftigen, weil eine effiziente Personaleinsatzplanung bei kleinen Geschäften im Einzelhandel dies nicht zulässt“, kann Frank Schuffelen die Beschränkung nicht nachvollziehen.

Die ANWR Group fordert deshalb, die Mitarbeiterzahl-Untergrenze des KfW Schnellkredit-Programms aufzuheben. Wenn ein Unternehmen bereits Soforthilfe bekommen habe, könne dieser Betrag entsprechend mit dem Betrag aus dem Schnellkredit-Programm verrechnet werden. Somit wirke man einer Doppelförderung entgegen. Die EU-Kommission hatte bereits am vergangenen Freitag Nachbesserungen bei KfW-Krediten für betroffene Unternehmen genehmigt. Allerdings ohne eine zusätzliche Schwelle der Mitarbeiterzahl.

Helge Neumann / 09.04.2020 - 16:45 Uhr

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