Verbundgruppe

ANWR Group geht von Ladenöffnung Anfang Mai aus

Der Vorstand der ANWR Group hat sich in einem Schreiben an die Lieferanten gewandt. Man habe sich nach einem ersten Schock auf die neue Situation einstellen können und werde auch zukünftig die Zahlungen der Händler absichern, heißt es darin unter anderem.

In dem Schreiben führt die ANWR Group aus, welche Maßnahmen sie angesichts der Corona-Krise für den Handel übernommen hat. So habe die DZB Bank hat die Saisonlinie um 50% erhöht und ausgeweitet. Die Saisonlinie ermögliche es Händlern, Industrieforderungen in erster Kondition zu begleichen und von der DZB bis zu 120 Tage finanziert zu bekommen. „Gerade diese Hilfe hat vielen unserer Mitglieder die Zeit gegeben, sich nun um mittelfristige Hilfen der Bundesregierung zu bemühen“, erklärt die ANWR.

Fachanwälte und Betriebsberater seien zudem damit beschäftigt, die derzeitige Fülle an Informationen in einem Daten- und Informationspool auf den geschlossenen Händlerforen bereitzustellen. „Unsere Berater leisten zurzeit 24/7 Dauereinsatz, um die Händler umfassend zu beraten, damit diese die vom Staat angebotenen Hilfen vollumfänglich nutzen“, so die ANWR Group.

Offene Aufträge aus dem eigenen Großhandel der ANWR Schuh sowie der Sport 2000 für  F/S 2020 seien storniert worden. Alle offenen Rechnungen sowie sämtliche Bestellungen seien ab sofort mit 90 Tagen valutiert. „Fast alle Gebühren oder Dauerschuldverhältnisse aus den Verbundsystemen der ANWR Schuh und Sport 2000 werden den Mitgliedern gestundet bzw. entfallen in Teilen“, heißt es weiter in dem Schreiben.

Man habe zudem die Industriepartner gebeten, der Verbundgruppe die bereits fakturierten Rechnungen ab der Dekade 8 um 90 Tage zu valutieren. „Wir haben eine unfassbar große, dankenswerte Unterstützung erfahren. Unseren Händlern haben wir das mitgeteilt und im Namen unserer Anschlusshäuser bedanken wir uns dafür. Das ist extrem partnerschaftlich und solidarisch“, erklärt der Vorstand der ANWR Group.
 

Kooperation mit Lieferanten in Shut-Down-Phase

Die Industriepartner werden laut Verbundgruppe auch künftig durch die bankgestützte Zentralregulierung weiterhin alle Zahlungen fristgerecht in 1. Kondition erhalten. Obwohl fast alle. Lieferanten die Belieferung der Händler während des Shut-Downs inzwischen eingestellt hätten, zeige sich dennoch eine Flexibilität auf Lieferantenseite, die Händlern entgegenkomme, welche dennoch aktuell Ware erhalten wollen bzw. sogar noch nachordern.

„Die verlorenen Umsätze und Verkaufszeiten durch den Shut-Down in der F/S-Saison können in der Gänze nicht mehr aufgefangen werden. Ca. 80% der Auslieferungen der F/S Saison sind erfolgt und unsere Händler haben große Befürchtungen, dass diese Mengen an sich und vor allem nicht mit einigermaßen verträglichen Ausgangskalkulationen verkauft werden können“, erklärt die Verbundgruppe. Die Planung der Zeit nach dem Shut-Down sei schwierig Gleichwohl seien mit allen Lieferanten Vereinbarungen bezüglich gegebenenfalls noch ausstehender Lieferungen im F/S getroffen worden. Man bitte alle Geschäftspartner und Lieferanten, die im Rahmen der Hilfsprogramme angebotene Liquidität vollumfänglich in Anspruch zu nehmen, um gemeinsam maximalen Spielraum für die kommenden Jahre zu erreichen.

Hinsichtlich der Planungen für H/W 2020 will die ANWR Group nach Lösungen suchen, die u.a. Anpassungen bei Produktzyklen, neue Intro-Termine und Durchläufer-Artikel für H/W  2020 und F/S2021 umfassen.
 

Wiedereröffnung der Geschäfte Anfang Mai
 

Mit einer Wiedereröffnung der Geschäfte rechnet die ANWR Group in der ersten Maiwoche. Man begrüße es, wenn sich die Industrie für den Handel auf flexible Dispositionszyklen einstellen würde. „In diversen Roundtables diskutieren wir mit ausgewählten Industriepartnern derzeit, welche Handlungsoptionen für die Branche für dieses Krisenjahr Sinn machen“, so die Verbundgruppe.


Messetermine und Warenprogramme sollen angepasst werden
 

Man gehe davon aus, dass die Messetermine und Warenprogramme an die neue Situation anpassen werden. Alternative Digitalszenarien würden derzeit durchgespielt.
„Seit Beginn der Krise fordern wir auf verschiedenen Ebenen Unterstützung des mittelständischen Handels durch die Regierung und die KfW. Man sei im Dialog mit der KfW, um zu prüfen, wie der etablierte Finanzierungsmechanismus der ZR auch für die Mittelbereitstellung in der Krise genutzt werden kann. „Hierbei unterstützen uns auch der Mittelstandsverbund ZGV sowie die Schuhhersteller im Verband der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L, die mit uns gemeinsam daran arbeiten, die Regierung von unserem Angebot zu überzeugen.“

 
Petra Steinke / 08.04.2020 - 14:36 Uhr

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