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ANWR: Ordervolumen wird um ein Drittel sinken

Tobias Eichmeier (Foto: ANWR)
Tobias Eichmeier (Foto: ANWR)

Zur Vorbereitung auf die anstehende Order hat die ANWR in Onlineseminaren ihre Mitglieder zu einer sorgsamen Limitplanung aufgerufen. Die Verbundgruppe rechnet mit deutlich reduzierten Einkaufsbudgets.

„Wir empfehlen dem Handel dringend, noch besser vorbereitet als sonst in die Order für Frühjahr/Sommer einzusteigen. Die meisten Händler werden ihre Limite kürzen müssen“, so ANWR-Geschäftsführer Tobias Eichmeier. Durchschnittlich werde die Order für die nächste Saison rund 30% unter dem Volumen der Vergangenheit liegen, prognostiziert die Verbundgruppe. Zur Vorbereitung auf diese Order haben die Handelsberater von ANWR in elf Online-Seminaren über 80 interessierte Händler für die anstehenden Aufgaben sensibilisiert. Eine Kernbotschaft sei dabei gewesen, den Anteil an Übernahmeartikeln für Frühjahr/Sommer von diesem ins nächste Jahr zur Schonung des Warenrohertrags deutlich zu erhöhen. „Jeder Händler sollte sich bestenfalls jeden Schuh im Laden genau ansehen und überlegen, ob dieser auch im kommenden Frühjahr oder Sommer noch verkauft werden kann“, so Tobias Eichmeier. Damit gehe die Frage einher, ob der Schuh zum Ende der Saison alternativ mit deutlichen Preisabschlägen verkauft werden solle. „Die Antwort sollte klar sein: Ich muss keinen schwarzen Pumps zu Sale-Preisen verschleudern, wenn es diesen im nächsten Jahr so ähnlich wieder geben wird.“ Die Empfehlung der ANWR Handelsberatung und auch der Warenexperten lautet: „Eine Sortimentsschichtung ist nötig, d.h. Preislagen, Artikeldopplungen und Marken genau zu überprüfen und Sortimentsbreiten gezielt zu kürzen.“ Auch die Fragen nach der Notwendigkeit von Randgrößen oder Mindestbestellmengen seien – in Abstimmung mit der Industrie – zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund sei die Herausforderung ungleich größer, trotz niedrigerem Budget attraktive neue Themen im Geschäft zu präsentieren, teilt die ANWR mit.

Liquiditätsplanung als Gebot der Stunde

Die Order- und Limitplanung für die nächste Saison steht auch in engem Zusammenhang mit der Liquiditätsplanung. Auch darüber hatte die ANWR unlängst in Online-Seminaren informiert. Die sorgsame Liquiditätsplanung, die die Fälligkeit von Valuten, Saisonlinien und den Eingang der Rechnungen für die neue Ware berücksichtigt, sei das Gebot der Stunde, heißt es aus Mainhausen. In 13 Seminaren hatte die ANWR Handelsberatung bereits über 100 interessierte Fachhändler für die Liquiditätsplanung der nächsten Monate sensibilisiert. Online-Seminare bleiben zum Informationsaustausch auch künftig wichtig: Für den August bereit die ANWR eine „Chefinformation“ aus den bisherigen Erkenntnissen der Abverkäufe und Aussichten auf die neue Saison vor und wird diese den Händlern als Online-Seminare anbieten.

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Helge Neumann / 28.07.2020 - 12:33 Uhr

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