Bilanz des Statistischen Bundesamtes

Anzahl der Insolvenzen sinkt deutlich

Von Januar bis September 2020 ist die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen erheblich zurückgegangen. Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis).

Laut Destatis meldeten in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 13,1% weniger Unternehmen  Insolvenz an als im entsprechenden Zeitraum 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen vom 1. März bis zum 30. September 2020 ausgesetzt wurde. Dagegen bleibt die Antragspflicht für überschuldete Unternehmen weiterhin zunächst bis Jahresende ausgesetzt. Insgesamt wurden von März bis September 15,8% weniger Unternehmensinsolvenzen beantragt als im gleichen Zeitraum 2019. 

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es in den ersten neun Monaten 2020 im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 2.020 Fällen (Januar bis September 2019: 2.475). Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen von Januar bis September 2020 beliefen sich auf 39,3 Mrd. Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatten sie noch bei 15,5 Mrd. Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist laut Destatis darauf zurückzuführen, dass von Januar bis September 2020 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als in den ersten neun Monaten 2019. 

Auch für den November 2020 zeigen die vorläufigen Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzen wie bereits in den Vormonaten eine deutliche Abnahme an Verfahren. Im Vergleich zum November 2019 sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren um 35%, stieg jedoch im Vergleich zum Vormonat (Oktober 2020) um 5% an. 

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Helge Neumann / 18.12.2020 - 09:27 Uhr

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