Modefilialist

Appelrath Cüpper beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

Schon vor der Coronakrise befand sich der Damenmode-Filialist in einer Restrukturierungsphase. Angesichts der Corona-Krise musste das Traditionsunternehmen jetzt Insolvenz anmelden.

Der Damenmode-Filialist Appelrath Cüpper aus Köln hat am 7. April beim Amtsgericht in der Domstadt ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das ohnehin angeschlagene Unternehmen war durch die Corona-Krise in Schieflage geraten. Das Amtsgericht Köln hat dem Antrag zugestimmt und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

„Nachdem wir mit einem außergewöhnlich guten Januar und Februar ins Jahr 2020 gestartet sind, hat uns die Corona-Pandemie in eine schwere Krise geführt. Aufgrund der behördlichen Schließungen aller 16 Filialen ist unser Umsatz nahezu komplett eingebrochen. Zwar war die Situation auch vor Corona nicht einfach, aufgrund diverser Restrukturierungsmaßnahmen befanden wir uns aber auf einem guten Weg. Leider hat Corona dann schlagartig alles verändert. Unser Online-Shop ist weiterhin für unsere Kunden verfügbar“, erklärt Lothar Schäfer, CEO des Unternehmens.

Heinrich Ollendiek, CFO, ergänzt: „Wir verfolgen das Ziel, unser Unternehmen erfolgreich durch die Corona-Krise zu führen und es nachhaltig zu sanieren. Leider haben wir trotz eines Antrags keinen Zugriff auf KfW-Darlehen erhalten, so dass wir nur noch die Option hatten, eine Insolvenz in Eigenverwaltung anzustreben. Diese bietet uns aber auch erhebliche Chancen, so dass wir dennoch zuversichtlich in die Zukunft blicken.“

Rechtsanwalt Dr. Bero-Alexander Lau von White & Case wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt. DAs Unternehmen wird darüber hinaus von der Düsseldorfer Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp begleitet, mit deren Unterstützung in den nächsten Wochen ein Sanierungskonzept erarbeitet werden soll. Dieses Konzept soll später in einen Insolvenzplan münden.

Appelrath Cüpper vertreibt mit derzeit 16 Häusern deutschlandweit Bekleidung, Taschen, Accessoires und Schuhe für Damen. Während der Dauer des Verfahrens soll der Verkauf im Onlineshop weiterlaufen. Die Filialen bleiben aufgrund der Corona-Pandemie mindestens bis zum 20. April geschlossen.

Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 110 Mio. Euro und beschäftigt insgesamt ca. 1.000 Mitarbeiter. 

Petra Steinke / 08.04.2020 - 12:33 Uhr

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