Interview

Bauch und Kopf

Elmira Rafizadeh und Timo Lade (Foto: Keep Loving)
Elmira Rafizadeh und Timo Lade (Foto: Keep Loving)

Elmira Rafizadeh und Timo Lade sind „Keep Loving...“. Beide betreiben mit viel Herzblut seit rund vier Jahren zwei Concept Stores in der Kölner Südstadt. schuhkurier hat das Paar besucht.

Elmira Rafizadeh ist ein wahres Energiebündel. Stillstand ist so gar nicht ihr Ding. Es muss vorwärts gehen. Immer. Die Schauspielerin und Unternehmerin ist Gründerin der beiden „Keep Loving ...“-Stores in Köln.  „Partner in crime“ ist Timo Lade, der unter anderem dank seiner früheren Tätigkeit als Retail Director bei dem britischen Brand Ben Sherman über einen großen Erfahrungsschatz im Fashion- und Retail-Business verfügt. „Keep Loving...“ bietet Textilien, aber auch Schuhe,  Taschen und Accessoires. Alles handverlesen. Das Konzept kommt an. Auf Instagram folgen „Keep Loving…“ mehr als 37.000 Menschen. Auch dank dieser Unterstützung haben Rafizadeh und Lade den Corona-Shutdown sehr gut überstanden. Wie geht es weiter? Was macht das Konzept aus? schuhkurier hat das Paar in der Südstadt besucht.  

Elmira, Sie sind von Haus aus Schauspielerin. Wie kam es zu „Keep Loving...“?

Elmira Rafizadeh: 
Richtig, ich bin Schauspielerin. Aber seit meinem 18. Lebensjahr habe ich konstant im Fashion-/Retail Bereich gearbeitet, da ich mich immer selbst finanziert habe. Zuerst hier in Köln unter anderem bei Stüssy, Carhartt und Adidas Originals, später durfte ich dann sogar für Chanel arbeiten. Retail liegt mir im Blut und hat mich über all die Jahre nie losgelassen. Mode war neben der Schauspielerei immer meine zweite Herzensangelegenheit, aber ich habe im Grunde nie wirklich geplant, eigene Stores zu gründen.

Timo Lade: 
Elmira ist ein echtes Energiebündel und verfügt über einen ausgeprägten Spieltrieb. Das ist typisch für Kreative. Neben der Schauspiel-Arbeit für Film/TV und ihrer Tätigkeit im Handel hat sie noch nebenbei im Fernstudium Kultur- und Medienmanagement studiert, PR-Arbeit für andere Schauspielkollegen gemacht, für PR-Agenturen geschrieben, einen Film- und Fernseh-Blog zusammen mit drei anderen Journalisten gegründet und sich im Vorstand beim Bundesverband der Deutschen Film- und Fernsehschauspieler engagiert. 1.000 Sachen gleichzeitig, aber ohne wirklichen Fokus.

Für den haben Sie gesorgt, Timo?

Timo Lade: 
Sagen wir es mal so: Ich habe versucht Elmira dabei zu helfen, das Ganze zu fokussieren und etwas zu finden, wo sie all ihre kreative Energie bündeln kann. Ich bin ein großer Fan von persönlicher und finanzieller Unabhängigkeit. Neben dem Schauspiel ein zweites Standbein zu haben, ermöglicht so etwas. Elmira muss heute nicht mehr jedes Rollenangebot annehmen oder sich in der Gage drücken lassen. Sie kann sich für die Projekte entscheiden, die sie reizen. Das ist Freiheit. Und dieses Privileg konnte sie sich durch „Keep Loving...“ erarbeiten.

Wie kam es dann konkret zur Gründung?

Elmira Rafizadeh: 
2014 bin ich mit einem ganz kleinen Vintage-Store auf 20 qm Fläche gestartet. Das Sortiment bestand damals überwiegend aus Luxus-Designerhandtaschen, für die ich bis heute eine große Leidenschaft habe. Von Anfang an lief der Laden sehr gut. Schon nach dem ersten Jahr war klar, dass wir einen größeren Store brauchen. Dann wurde ich schwanger.

Timo Lade: 
Dazu muss man wissen, dass der Aufwand in der Warenbeschaffung enorm war, schließlich müssen im Vintage- Segment einzelne Größen gesourct werden, wenn man sich mit seinem Produktportfolio von der Masse abheben möchte. Wir waren also rund um die Uhr und an allen Wochentagen ständig damit beschäftigt, auf Flohmärkten oder in Netzwerkkreisen handverlesene Ware ausfindig zu machen. Das konnten wir als  frischgebackene Eltern in dieser Form nicht aufrechterhalten.

Elmira Rafizadeh: 
Damals sind wir durch Zufall auf die Location auf der Severinstraße gestoßen, wo wir den ersten „Keep loving…“ Store eröffnet haben. Zunächst mit einer Mischung aus Vintage und Neuware. Heute haben wir aus den besagten Gründen nur noch Neuware im Portfolio.

Wofür steht „Keep Loving...“?

Elmira Rafizadeh: 
Wir repräsentieren einen Lifestyle. Für uns und unsere Kunden spielen die Brands, die wir führen, eine sekundäre Rolle. Es geht um das Gesamtkonzept und das ganz spezielle Gefühl, hier bei „Keep Loving...“ zu shoppen. „Keep Loving ...“ ist die Marke! Dazu trägt sicher auch unsere Präsenz auf Instagram bei. Die Leute kommen hier in die Läden und haben bereits eine Beziehung zu uns. Sie kennen uns, das Team, die neusten Produkte sowie unseren Alltag. Das baut eine Verbindung auf.

Timo Lade: 
Im Übrigen sehen wir unsere Kunden als Gäste. Wir tun alles dafür, dass sie hier bei uns eine gute Zeit haben – aber zugleich haben wir als Gastgeber stets die Zügel in der Hand. Im Gegensatz zum „Der Kunde ist König“-Ansatz ist das ein wichtiger psychologischer Unterschied. Wir machen uns in der Begegnung mit den Gästen nicht klein, sondern begegnen ihnen auf Augenhöhe. Das gilt übrigens auch für die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten.

Das gesamte Interview mit Elmira Rafizadeh und Timo Lade lesen Sie im aktuellen schuhkurier.

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Laura Klesper / 12.08.2020 - 09:28 Uhr

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