Einzelhandel

BBE prognostiziert Umsatzentwicklung bis 2021

Joachim Stumpf (Foto: IPH/BBE)
Joachim Stumpf (Foto: IPH/BBE)

Die BBE Gruppe setzt sich mit der Zukunft der Einzelhandelsbranchen auseinander. Nur drei Segmente dürfen laut den Marktforschern auf ein Plus hoffen. Der Schuhhandel gehört nicht dazu.

Von elf Handelsbranchen prognostizieren die Experten der BBE Gruppe nur drei Segmenten, dem Fahrradhandel (+9%), Garten- und Baumärkten (+3,5%) sowie Lebensmittel- und Drogeriehandel (+3%), eine positive Entwicklung für 2020 und 2021. Das geht aus einem aktuellen Whitepaper hervor, dass die BBE Gruppe (BBE Handelsberatung, IPH Handelsimmobilien und elaboratum New Commerce Consulting GmbH) vor dem Hintergrund der Covid-19-Krise erarbeitet hat. Besonders starke Einbrüche seien bis Ende 2021 für Schuh- (-23%) und Textilhandel (-30%) zu erwarten. Die Prognosen basieren nach eigenen Angaben auf einer breit angelegten Befragung großer wie kleiner Handelsunternehmen sowie allen Fachbereichen des BBE-Verbunds.

 

BBE: Nahversorgung ist Trumpf

 

Neben der Analyse verschiedener Handelsbranchen beschäftigt sich die BBE-Gruppe auch mit Unterschieden zwischen verschiedenen Handelslagen, von der Innenstadt über Shopping Center bis hin zu Stadtteil- und Fachmarktzentren, sowohl in großen als auch in mittleren und kleinen Städten.
„Grundsätzlich immunisiert eine starke Nahversorgungsfunktion am meisten, weil sie für nachhaltige Frequenz auch für die anderen Anrainer vor Ort sorgt“, erläutert Joachim Stumpf, Geschäftsführer von BBE und IPH. Für Shopping Center quantifizieren die Experten die Umsatzeinbußen für Objekte mit gut integriertem Nahversorger auf bis zu 18%, bei Centern ohne solche Ankermieter sind sogar 25% möglich.

 

Innenstädte der Metropolen leiden

 

In den Innenstädten tauchen vor allem Unterschiede hinsichtlich der Einwohnerzahl auf. „Je größer eine Stadt, desto eher erfüllt die Innenstadt keine reine Nahversorgungsfunktion sondern strahlt weiträumig mit einem Angebot an übergeordneten Waren ins Umland aus“, sagt Leif Krägenau, Leiter Research von BBE. In den Metropolen stehen daher Umsatzeinbußen von bis zu 30 % zu erwarten, in großen Mittelstädten (bis zu -25 %), während kleinere Städte (bis zu -10 % -20 %) etwas weniger betroffen sind.
Die dritte betrachtete Lagekategorie umfasst Fachmarkt- sowie Stadtteilzentren, denen die robustesten Prognosen bescheinigt werden. Während Fachmarktzentren 2020 maximal 8 % weniger Umsatz erwirtschaften sollten, könnten Stadtteilzentren, also weitestgehend auf Grundversorgung ausgerichtete Standorte, mit geringem Anteil von Nonfood-Angeboten, sogar um 2 % mehr Umsatz erzielen könnten als ohne Covid-19.
„Die aktuellen Frequenzzahlen zeigen quer über alle Lagen während und nach Ende des Lockdowns enorme und nachhaltige Einbrüche. In dieser extrem schwierigen Situation wollen wir Mietern wie Vermietern, Betreibern wie Finanzierern fundierte Daten und Prognosen als Entscheidungshilfe an die Hand geben“, erklärt Lars Jähnichen, Geschäftsführer von IPH Handelsimmobilien.

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Tobias Kurtz / 05.06.2020 - 11:30 Uhr

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