Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels

BDSE: „Zeichen der Verunsicherung spürbar“

BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski (Foto:Redaktion)
BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski (Foto:Redaktion)

Im Rahmen der Gallery Shoes gab BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski einige Informationen zum Jahr 2019 bekannt. Dieses war recht gut verlaufen – gleichwohl gibt es besorgniserregende Entwicklungen.

Von September bis November war die Welt noch in Ordnung. Aber der warme Dezember und ein Mangel an Schnee sorgten spätestens in Januar und Februar dafür, dass der Verkauf an warmgefütterter Ware fast vollständig zum Erliegen kam. Trotzdem kann der deutsche Schuheinzelhandel nach den Worten von Verbandspräsidentin Brigitte Wischnewski „mehr als zufrieden sein.“ Denn unterm Strich stand ein positives Ergebnis. Über alle Vertriebswege und Betriebsformen hinweg lag das Umsatzwachstum bei 3%. Das Marktvolumen erreichte in 2019 11,8 Mrd. Euro. Allerdings gab es bei der Betrachtung der einzelnen Vertriebswege erhebliche Unterschiede.
 

Multichannel-Händler gewinnend
 

Der stationäre Handel steigerte seine Umsätze um 2,5%. Laut BDSE schlossen 53% der Schuhgeschäfte das vergangene Jahr mit einem Plus ab. 20% erreichten ein Pari, 27% mussten hingegen Umsatzeinbußen hinnehmen.

Gleichzeitig gaben 60% der vom BDSE befragten Schuhgeschäfte an, mit rückläufigen Kundenfrequenzen konfrontiert zu sein. 13% indes gaben für 2019 höhere Besucherzahlen als im Vorjahr an.

Wie der Verband weiter ermittelt hat, gab es bei 43% der Händler einen leichten Anstieg des Durchschnittsbons. 3% der befragten Händler meldeten einen starken Anstieg.

Auch der Onlinehandel erreichte im vergangenen Jahr steigende Umsätze. „Das Wachstum des Versand- und Internethandels dürfte im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von rund 5% erzielt haben“, teilt der BDSE mit. Damit sei es dem Onlinehandel wiederum gelungen, seine Marktposition weiter auszubauen. Der Marktanteil des Onlinehandels erreicht nach BDSE-Schätzungen derzeit 22%. Je nach Quelle sind dies 0,5 bis 1% mehr als im Vorjahr. In diesem Anteil enthalten sind auch die Online-Umsätze der stationären Schuhhändler. Mehr als jedes fünfte Paar Schuhe wird im Internet gekauft.

Laut BDSE verkauft etwa die Hälfte der Schuhfachhändler Ware auch im eigenen Webshop oder über Marktplätze im Internet. Nach Ansicht des Verbandes gehören Mehrkanal-Anbieter zu den Unternehmen mit den besten Voraussetzungen. Sie verzeichnen eine positivere Umsatzentwicklung als rein stationäre Schuhhändler. „Die Mehrkanal-Anbieter profitieren von den aktuellen Wachstumsraten im Online-Shopping der Kunden und können eventuelle Umsatzdellen in ihren Ladengeschäften über zusätzliche Internet-Verkäufe ausgleichen“, so der BDSE.
 

2020 startet mit Verunsicherung
 

Aufgrund hoher Vorjahreswerte und zu milden Wetters mussten die Händler in den ersten Monaten des Jahres 2020 laut BDSE leichte Umsatzeinbußen hinnehmen. Nicht sicher sagen lässt sich derzeit, ob sich auch die Corona-Epidemie bereits auswirkt. „Bis Anfang März zumindest waren – von besonders betroffenen Regionen wie dem Kreis Heinsberg einmal abgesehen – kaum größere Auswirkungen auf den Umsatz des Schuheinzelhandels spürbar“, so der Schuhhandelsverband.

Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf sind viele Schuhhändler skeptisch. „Die Lust der Verbraucher auf Schuhe hängt erheblich von einer positiven Konsumstimmung ab. Die breite und teilweise Panik auslösende Berichterstattung in den Medien zum Coronavirus habe der Kauflaune jedenfalls eher geschadet als sie beflügelt.

Auch in Bezug auf die Warenversorgung seien, so der BDSE, Zeichen der Verunsicherung spürbar. „Ein Großteil der in Deutschland angebotenen Schuhe stammt aus chinesischer Produktion oder enthält zumindest Vorprodukte und Zutaten aus diesem wichtigen Beschaffungsland“, so der BDSE. Während mit Blick auf F/S 2020 keine nennenswerten Lieferverzögerungen erwartet werden, könnte es zur H/W-Saison zu Problemen kommen, sollte das Coronavirus nicht bald eingedämmt werden.

Sollte das Virus zeitnah ausgebremst werden, ist nach Auffassung des BDSE mit einem überproportional starken Anstieg des Konsums zu rechnen. In diesem Fall geht der Verband von einem insgesamt leicht positiven Umsatzverlauf in 2020 aus.

 
Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Petra Steinke / 09.03.2020 - 22:30 Uhr

Weitere Nachrichten