Modehandel

BTE kritisiert Verdi-Klagen gegen Sonntagsöffnung

BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels (Foto: BTE)
BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels (Foto: BTE)

Der BTE fordert die Gewerkschaft Verdi auf, „ihre Blockadehaltung“ bei den noch anstehenden verkaufsoffenen Sonntagen aufzugeben.

Der BTE Handelsverband Textil sorgt sich um den stationären Modefachhandel. Seit April habe der Online-Handel in jedem Monat im zweistelligen Prozentbereich zulegen können, teilt der Handelsverband mit. „Die Schere zwischen stationärem Modehandel und Online-Handel ist damit weiter auseinander gegangen“, sagt BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels. Damit sich diese Entwicklung in den nächsten Wochen und Monaten nicht verfestige, benötigt speziell der innerstädtische (Mode)Fachhandel bessere Rahmenbedingungen u.a. mit Sonntagsöffnung des Fachhandels. Absolut unverständlich sei für Pangels in diesem Zusammenhang die Haltung der Gewerkschaft Verdi, die zuletzt mit Klagen etliche verkaufsoffene Sonntage verhindert hat.

Juristisch seien die Urteile zwar kaum angreifbar. Die Gewerkschaft gefährde mit ihrer „starren und Umsatz verhindernden Haltung“ jedoch zahlreiche Arbeitsplätze speziell im beratungsorientierten Modefachhandel. Aktuelle Daten aus dem Online-Handel belegten, dass der Sonntag der mit Abstand beliebteste Tag für den Modeeinkauf im Internet ist. „Es gibt also viele Kunden, die am Sonntag Zeit und Lust zum Modeeinkauf haben“, folgert Pangels. Der BTE fordert Verdi daher auf, ihre derzeitige Blockadehaltung bei den noch anstehenden verkaufsoffenen Sonntagen aufzugeben, um die Verluste der Unternehmen nicht noch weiter zu erhöhen. Der BTE-Hauptgeschäftsführer denkt an bis zu zwölf verkaufsoffene Sonntage, die auch ohne Anlassbezug zulässig sein sollten. „So könnte die Sonntags-Privilegierung des Onlinehandel zumindest abgemildert werden“.

Pangels ist von der Rückendeckung durch die Verkaufsmitarbeiter überzeugt. Nach einer Umfrage der FDP-Fraktion im NRW-Landtag befürworteten 54 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel häufigere Sonntagsöffnungen wegen der Corona-Pandemie. „Vor einer Klage gegen einen verkaufsoffenen Sonntag sollte Verdi besser einmal die Mehrheitsmeinung der Mitarbeiter im betroffenen City-Handel abfragen“, fordert Pangels.

Die Corona-Pandemie bescherte dem stationären Modefachhandel in der Saison Frühjahr/Sommer 2020 einen historisch einmaligen Umsatzeinbruch. Nach ersten Hochrechnungen des BTE fielen die Umsätze von März bis August gegenüber 2019 um rund ein Drittel. „Boutiquen und Modehäuser haben damit im Vergleich zum Vorjahr etwa fünf Milliarden Euro Umsatz verloren“, rechnet Pangels vor.

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Tobias Kurtz / 09.09.2020 - 14:43 Uhr

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