Schuhbranche in der Corona-Krise

Carl-August Seibel: „Es wird ein Blutbad geben“

Carl-August Seibel (Foto: Redaktion)
Carl-August Seibel (Foto: Redaktion)

Die vielfach bekundeten Appelle, als Branche enger und vertrauensvoller zusammenzuarbeiten, drohen ins Leere zu laufen. In einem Interview schildert der Unternehmer und HDS/L-Vorsitzende Carl-August Seibel seine Befürchtungen.

Gegenüber der Pfälzer Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ zeichnet der Unternehmer ein düsteres Bild der aktuellen Situation: „Die Krise ist ein Brandbeschleuniger. Sie wird das Händler-Sterben massiv beschleunigen.“ Ein Umsatzausfall von sechs Wochen in der besten Zeit des Jahres mit schönstem Wetter für Frühjahrs- und Sommermode, die nicht verkauft werden könne, sei nicht mehr aufzuholen. „Große, auch online gut aufgestellte Anbieter werden damit zurechtkommen.  Für die kleinen und mittleren Händler wird es schwer“, so Seibel. Er rechne mit einem Einbruch um 30% für die Branche.

Der HDS/L-Vorsitzende fordert: „Wir müssen versuchen, vernünftig miteinander umzugehen, sonst gibt es ein Blutbad.“ Helfen würde es dem Handel, wenn Zahlungsziele gestreckt würden. Auch ein Erweitern der regulären Verkaufssaison auf Juni und Juli, um Rabattschlachten zu vermeiden, wäre sinnvoll. „Damit könnte endlich umgesetzt werden, was lange diskutiert wird: dass die Verkaufszeit den Wetterbedingungen und der Jahreszeit entspricht“, so Seibel.

Der Unternehmer fordert eine Lockerung der Beschränkungen noch im April. „Geschäfte könnten unter Auflagen wieder geöffnet werden.“ Er habe viel Verständnis für die geltenden Maßnahmen, so Seibel weiter. „Aber wir müssen arg aufpassen, dass es nicht einen wirtschaftlichen Totalschaden gibt.“

Den vollständigen Artikel in der "Rheinpfalz" lesen Sie hier

Petra Steinke / 15.04.2020 - 15:36 Uhr

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