Hauensteiner Unternehmer

Carl-August Seibel: „Wir werden diese Krise überstehen“

Carl-August Seibel (Foto: Redaktion)
Carl-August Seibel (Foto: Redaktion)

Der Unternehmer Carl-August Seibel investiert in eine Schuhfabrik in Kenia und modernisiert die Gläserne Schuhfabrik am Stammsitz in Hauenstein. Trotz Corona. Warum er zuversichtlich bleibt, erklärt er im Interview mit schuhkurier. 

Herr Seibel, derzeit steht im Raum, der Handel könne sein Ordervolumen um ca. 30% reduzieren. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Carl-August Seibel: Wir haben uns schon im März auf die Herausforderungen, die Corona mit sich bringt, vorbereitet und sind bereits zu diesem Zeitpunkt von -30% ausgegangen. Dabei standen alle großen Kostenblöcke zur Diskussion. Zu unseren Maßnahmen gehört beispielsweise die Schließung des Standorts Trier bis Jahresende. Auch haben wir uns schlanker aufgestellt. So liegt das Produktmanagement für unsere Marken Josef Seibel, Romika, Gerry Weber und Westland ab sofort in meinen Händen. Wir setzen auf ein kleines, schlagkräftiges Team. Ich bin sehr optimistisch, dass wir diese Krise gut überstehen werden.

 

Im Markt kursieren derzeit viele negative Meldungen. Der Handel leidet massiv unter der Corona-Krise. Es ist abzusehen, dass dies mit etwas Verzögerung auch die Industrie trifft. Was erwarten Sie?

Unser Unternehmen hat derzeit mit zwei Problembereichen umzugehen. Zum einen kämpfen derzeit mehrere Key Accounts mit massiven Herausforderungen und wir müssen befürchten, dass es bei den jetzt bekannten Verfahren nicht bleiben wird. Zum anderen sind viele Exportmärkte zusammengebrochen, beispielsweise Russland, der Mittlere Osten und auch die USA. In diesen Märkten sind wir traditionell stark vertreten – insofern trifft uns die Situation dort erheblich. Ich erwarte einen Rückgang unserer Produktion um 30 bis 35%. Allerdings gehe ich davon aus, dass wir keine Umsatzrückgänge in dieser Größenordnung verzeichnen werden.

 

Wie gehen Sie vor, um diese massiven Umsatzrückgänge zu verhindern?

Wir haben einen Teil unseres Angebots als Durchläufer deklariert. Mit vielen unserer Kunden haben wir gute individuelle Lösungen gefunden. Ich glaube, dass wir vor allem in wertigere Produkte investieren müssen. Und wir müssen jetzt durch diese Situation durch. Ich bin als Nachkriegsgeneration in gute Verhältnisse hineingeboren worden. Wir haben nie einen Krieg erlebt. Das ist jetzt eine Krise, die wir meistern müssen. Die Situation sollte jeden Marktteilnehmer dazu bringen, sein Geschäftsmodell zu hinterfragen: Ist das, was man tut, noch tragfähig? Daraus lassen sich Maßnahmen und auch neue Strategien ableiten.

Das vollständige Interview mit Carl-August Seibel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 33 von schuhkurier – als ePaper oder Printmagazin. 

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Petra Steinke / 12.08.2020 - 08:20 Uhr

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