Messe in Kopenhagen

CIFF: neuer Anfang

Ciff in Kopenhagen (Foto: Martin Wuttke)
Ciff in Kopenhagen (Foto: Martin Wuttke)

Vom 9. bis zum 12. August fand in Kopenhagen die Modemesse Ciff statt. Unter Corona-Bedingungen. Ein Erfahrungsbericht.

Schon nach der Landung die ersten Signale: Der Flughafen ist leer, der Expresszug kaum gefüllt. Ankunft Øksnehallen, der Heimat der Messe „Revolver“. Nun wird endgültig klar, dass diese Ordersaison komplett anders sein wird. Wo sich sonst die Fashion Experten drängeln und sich lange Schlangen vor dem Einlass bilden, ist es gespenstisch leer. Nachdem die Leitmesse CIFF sich entschieden hat, die Messe als „Order Days“ – sprich Showroom-Events – durchzuführen, war eine deutlich geringere Besucherzahl bereits vorprogrammiert.

Die CIFF hat es dennoch geschafft, mit zahlreichen Diskussionsrunden und Fachvorträgen und natürlich mit der geballten Kraft der internationalen Showrooms von DOB, HAKA und den über 160 Schuhmarken herauszustellen, warum Dänemark für den Einkauf so wichtig ist. Neben spitzen und Fashion-lastigen Kollektionen waren auch viele Big Player der deutschen Schuhindustrie in den Showrooms präsent. Obwohl die Veranstaltungen sehr stark unter den Reiseeinschränkungen und der „Reiseunlust“ der Skandinavier litten, war unisono von allen Ausstellern besonders auf den beiden Locations der Revolver Messe zu hören, dass „alle Besucher, die auf der CPH Fashion Week sind, Order geschrieben haben“. Der Austausch und der Informationsbedarf war enorm. Selten zuvor wurde so viel gegriffen, gefühlt, die Produkte fast 
inhaliert. Der Vertriebsleiter von Lindbergh fasst zusammen: „Digitale Angebote können viel bewirken, aber gerade bei Taschen und Schuhen haben die skandinavischen Einkäufer Schwierigkeiten mit digitalen Angeboten.“

In der Damenmode ist das weite Kleid, gerne mit abstrahierten Ethno-Motiven in den nordischen Kollektionen tonangebend. Hemdjacken und weite Hosen gelten als gesetzt. Naturmaterialien und viele Leinenmischungen. Funktionale, urbane Looks und Sneaker mit Trekking-Einflüssen werden noch einmal weiter getrieben. Aufgrund der nicht so strikten Abstandsregeln zeigen die Dänen deutlich mehr Tailoring und glauben auch an festliche Statement-Kleider. „All in white“ wird sicher ein zentrales Thema besonders im Bereich der urbanen Sandalen werden.

Beruhigend: In der Farbigkeit geht es nicht nur um Weiß, Sandtöne, und naturnahe Aspekte. Viele Anbieter betonen, dass sie bewusst das Risiko eingehen, frische kräftige Farben und Pastelltöne zu zeigen. Dicke Sohlen sind unverzichtbar und spiegeln eine Wehrhaftigkeit und den funktionalen Utility Look wider. Daneben deutliche Anzeichen für einen eher femininen Look mit zarten Riemchen der sowohl lässig im Homeoffice als auch in der City funktioniert. Der High Heel wird es laut Einschätzung der Anbieter wohl noch schwer haben. Komfort wird genreübergreifend als Muss definiert. Der moderne Creeper mit seiner ausdrucksstarken Sohle, aber auch flach gespielt, ist neben den diversen modernen Loafer-Typen ein Aufsteiger. Neben all den nackten Sandalen sind partielle Ausschnitte und Cut-outs ein wichtiges Thema, um Luftigkeit und Modernität zu verbinden. Combat-Boots mit kernigen Profilsohlen und sportliche Turnschuhe (weniger elegant) werden im Sommer 21 für Powerdynamik sorgen. Das Thema Nachaltigkeit wird in den Kollektionen weiter ausgebaut.

Den vollständigen Bericht zur Ciff lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 34, als ePaper oder Print-Ausgabe. 

 
Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Petra Steinke / 19.08.2020 - 08:28 Uhr

Weitere Nachrichten