Teil-Shutdown im Kreis Gütersloh

Corona in Gütersloh: Händler sind besorgt

Corona ist noch nicht vorbei. Nach einem erneuten Ausbruch im Kreis Gütersloh sind Händler alarmiert. (Foto: Unsplash)
Corona ist noch nicht vorbei. Nach einem erneuten Ausbruch im Kreis Gütersloh sind Händler alarmiert. (Foto: Unsplash)

Nachdem in einem Schlachtbetrieb im Kreis Gütersloh über 700 Corona-Infizierte gemeldet wurden und sich inzwischen 7.000 Menschen in Quarantäne befinden, steigt die Sorge im Handel: vor rückläufigen Umsätzen und einem möglichen erneuten Shut-Down.

Der Anstieg von Corona-Infizierten im Kreis Gütersloh hat massive Folgen für die Region: Schulen und Kitas wurden geschlossen, weitere großflächige Tests wurden angeordnet; die Fallzahlen steigen. Zwar heißt es seitens des Gütersloher Landrats Sven-Georg Adenauer (CDU) laut Medienberichten, man wolle den vollständigen Shutdown des öffentlichen Lebens unbedingt vermeiden. Dennoch zeigen sich Schuh- und Modehändler besorgt über die Situation.

„Die aktuelle Entwicklung hier im Kreis ist entsetzlich und macht mich wütend“, erklärt der Schuhhändler Raimund Cordes, der seine Geschäfte in der betroffenen Region betreibt, gegenüber schuhkurier. „Es war absehbar, dass es so weit kommen würde! Der Umgang mit den Infektionszahlen ist extrem enttäuschend, niemand übernimmt die Verantwortung. Nun wird sogar wieder das Ausland beschuldigt, das ist eine Unverschämtheit. Das öffentliche Leben ist in den vergangenen Tagen wieder komplett zum Erliegen gekommen. Die Menschen haben Angst, auf die Straße zu gehen. Das spüren wir natürlich auch. Dabei waren wir in den vergangenen Wochen auf einem guten Weg und eigentlich gut drauf. Und nun das. Es ist wirklich bitter.“

Auch der Mode- und Sporthändler Markus Finke, der unter anderem in Gütersloh Standorte betreibt, zeigt sich im Gespräch mit schuhkurier alarmiert: „Die Nachricht, dass sich in Gütersloh ein neuer Corona-Hotspot gebildet hat, besorgt uns sehr“, erklärt der Unternehmer. „Nachdem wir während der zurückliegenden Monate bei 370.000 Einwohnern insgesamt 950 Infizierte verzeichnet haben, sind jetzt binnen nur eines Tages 650 neue Fälle aufgetreten. Wie groß die Dunkelziffer ist, das ist noch völlig unklar. Nach sechs Wochen Lockdown hatten wir uns gerade wieder in ein normales Fahrwasser zurückgearbeitet.“ Während der Modebereich sich derzeit noch langsamer entwickele, verzeichne man im Sporthaus schon sehr erfreuliche Ergebnisse. „Ich stelle auch fest, dass sich die Menschen beim Stadtbummel zunehmend an die Masken gewöhnen. Wir müssen nun damit rechnen, dass die Menschen wieder vorsichtiger werden und weniger einkaufen gehen. Wenn uns zudem ein neuer Lockdown verordnet würde, hätte das verheerende Auswirkungen. Ich hoffe, dass das allen Verantwortlichen in der Politik bewusst ist“, so Finke

   
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Petra Steinke / 18.06.2020 - 21:07 Uhr

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