Umfrage

Corona-Krise trifft Onlinehändler

Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel e.V. (BEVH) berichten fast 90% der Onlinehändler, dass sie aktuell bereits direkt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind. 

Gut 50% der Unternehmen rechnen laut der BEVH-Umfrage momentan mit einer temporären Schließung zumindest von einzelnen Bereichen im Jahresverlauf. Allerdings werde mit Hochdruck daran gearbeitet, Abteilungen zu separieren, um insbesondere die Logistik nicht zu gefährden. Aus diesem Grund sehen fast zwei Drittel der Unternehmen Kurzarbeitergeld und die Finanzierung von Lohnfortzahlungen bei infektionsbedingter Schließung als sehr sinnvolle Unterstützung durch Hilfsmaßnahmen des Staates.
41% der befragten Unternehmen verzeichnen demnach schon jetzt Nachfragerückgänge, mehr als sechs von zehn erwarten diese im Jahresverlauf. Zudem geht gut jedes zweite E-Commerce-Unternehmen von Umsatz- und Ergebnisminderung durch Lieferengpässe aus. 52% der Unternehmen wünschen sich daher Liquiditätshilfen, insbesondere auch Steuererleichterungen bei Abschreibungen (54%) und zinsfreie Steuerstundungen (52%). Einen Konjunkturimpuls verspricht sich jedes zweite Unternehmen (48%) durch eine mögliche Abschaffung des Solidarzuschlags. Weniger Zuspruch gibt es für eine befristete Mehrwertsteuersenkung für alle (38%). 

Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des BEVH: „In dem Fall, dass der Onlinehandel seiner Versorgungsaufgabe nicht mehr nachkommen kann, muss eine schnelle und unbürokratische Inanspruchnahme von Leistungen bei Kurzarbeit möglich sein. Finanzhilfen, insbesondere im Fall von Arbeitseinschränkungen, etwa durch Lohnfortzahlungen bei Quarantäne-Maßnahmen, müssen uneingeschränkt zugänglich sein. Des Weiteren sind Liquiditätshilfen, etwa durch zinsfreie Steuerstundungsmaßnahmen oder Einflussnahmen auf Banken und Bankenaufsichten im Hinblick auf Kreditlinien wünschenswert.“ Die Bundesregierung müsse zwingend eine funktionierende Infrastruktur gewährleisten. Dies bedeute eine Aufrechterhaltung der Telekommunikations- und Daten-Netzwerke sowie den Bandbreiten-Ausbau zu forcieren. Zusätzlich müsse der Betrieb von Post- und Paketdienstleistungen, der entscheidend für die Versorgung der Bevölkerung sowie Unternehmen ist, sichergestellt werden. 

Helge Neumann / 16.03.2020 - 09:25 Uhr

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