Einzelhandel

Corona-Krise: Wie reagieren die Vermieter?

Ein Bild aus Zeiten vor den Ladenschließungen: ECE-Center Loom in Bielefeld. (Foto: ECE)
Ein Bild aus Zeiten vor den Ladenschließungen: ECE-Center Loom in Bielefeld. (Foto: ECE)

In der Corona-Krise werden die Forderungen an die Vermieter, den Handel durch das Aussetzen von Mieten zu unterstützen, lauter. Erste Vermieter haben bereits reagiert – andere benötigen noch Zeit.

Das Luv Shopping-Center in Lübeck geht voran. Die Betreiber, ein Tochterunternehmen von Ikea, hat beschlossen, bis auf Weiteres auf Mietzahlungen zu verzichten. Diese Maßnahme soll bis zur Aufhebung der verordneten Ladenschließungen gelten. Unter anderem betreibt Görtz eine Filiale im Luv Shopping Center. 

Ein wichtiger Akteur im deutschen Einzelhandel ist die ECE. Das Tochterunternehmen der Otto Group betreibt insgesamt 195 Shopping-Center. „Wir verstehen die berechtigten Sorgen der Mieter sehr gut, da sie natürlich ganz besonders stark von den aktuellen Beschränkungen im Einzelhandel betroffen sind. Wir können die genauen Auswirkungen für den Handel aktuell noch nicht bewerten, insbesondere da noch nicht klar ist, wie lange die Schließungen andauern werden. Aber natürlich stehen die Händler jetzt vor großen Herausforderungen“, teilt ein Sprecher von ECE auf Anfrage von schuhkurier mit. Das Unternehmen aus Hamburg verweist auf die angekündigten Hilfsmaßnahmen der Regierung. „Der Bundesfinanzminister hat einen Notfallfonds für kleinere und mittlere Unternehmen angekündigt, aus dem auch Mieten bezahlt werden sollen. Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass dieser jetzt schnell und unbürokratisch kommt.“ Auch weitere Lösungen wie Kurzarbeit oder die weiteren von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Unterstützungsmaßnahmen wie steuerliche Liquiditätshilfen oder Kredite seien jetzt sicherlich hilfreich. Darauf würde die ECE die Mieter auch hinweisen, da insbesondere kleinen Mieter auch Beratung benötigten.

Unabhängig davon sei die ECE im engen Austausch mit den Eigentümern der Center, um gemeinsam Lösungen zu finden, wie die Mieter unterstützt werden können. „Die ECE betreibt und vermietet die Center im Auftrag der Eigentümer und kann daher nicht selbst über mögliche unterstützende Maßnahmen – gleich welcher Form – entscheiden. Deshalb stehen wir dazu aktuell im intensiven Dialog mit den Investoren.“ Darüber hinaus sei man dabei, die Betriebskosten in den Centern kurzfristig auf das notwendige Minimum zu senken, um die Nebenkosten für die Mieter zu reduzieren und sie so auf der laufenden Kostenseite zu entlasten, etwa durch reduzierte Beleuchtung und Klimatisierung oder weniger Bewachungspersonal in den Centern.

Helge Neumann / 20.03.2020 - 12:46 Uhr

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