Hilfe in der Corona-Krise

Corona: Modeunternehmen fordern Liquiditätsfonds

Dreizehn Unternehmen aus mittelständischem Modefachhandel und Textilindustrie wenden sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung – mit einem konkreten Vorschlag für schnelle Hilfe.

In dem Schreiben, das von den Geschäftsführern und Inhabern 13 deutscher Modeunternehmen bzw. Verbände unterzeichnet wurde, heißt es unter anderem: „Auch mit den KfW-Darlehen bleibt ein Restrisiko von 10% bei den Banken. Die Banken sind aufgrund des schieren Volumens, aber auch aufgrund des Risikoprofils des Handels vermutlich nicht in der Lage, alle erforderlichen Freigaben zeitnah zu bestätigen. Gleichzeitig leiden Industrie und Handel unter dem Totalausfall einer gesamten Frühjahr/Sommer Saison. Wir brauchen eine Lösung zum Fortbestand des Facheinzelhandels und der Industrie, so die einstimmige Meinung der Unterzeichner.
Der Facheinzelhandel mit seinen Platzhirschen in Deutschland leistet einen hohen Beitrag für die Innenstädte und das soziale Leben in den Städten und ist vielfach wichtiger Sponsor des örtlichen Vereinslebens. Wir brauchen einen Rettungsschirm, der die Liquidität der Händler unterstützt“.
 

Der Vorschlag an die Regierung: Liquiditätsfonds für die Branche
 

Das Konzept der Unterzeichner sieht vor, dass die Regierung den Top 30 Textilen Industrieunternehmen einen Liquiditätsfonds von 850 Mio. Euro zur Verfügung stellt. Die daraus entstehende Liquidität solle die Industrie dann nutzen, um dem Facheinzelhandel alle Herbst/Winter Lieferungen (Juli bis November) mit 180 Tagen Valuta zukommen zu lassen. Die Industrie übernehme 10% des Haftungsrisikos. Die Verwaltung, Kontrolle und Rückführung würden von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungskanzlei (EY, PWC o.ä.) übernommen. Mit dieser staatlichen Hilfe seien die Warenflüsse gesichert und die Liquidität bleibe für 180 Tage im Handel. Der Fonds solle nach Ablauf entsprechend aufgelöst und zurückgeführt werden. 

„Mit dieser Maßnahme können Facheinzelhandel und Industrie wieder zu einem normalen Modus finden. Die Top 30 der Industrie stehen für ca. 60% des Umsatzes im deutschen Facheinzelhandel. Die Industrie alleine kann diese Aufgabe aufgrund des Volumens nicht bewältigen.“

Folgende Unternehmen gehören zu den Unterzeichnern des Briefes:

* Betty Barclay Group, Geschäftsführer Robert Küper
* Bogner GmbH Geschäftsführer Heinz Hackl
* Brax GmbH, Geschäftsführer Stefan Brandmann
* CBR Group, Geschäftsführer Jim Nowak
* Falke GmbH, Franz-Peter Falke, Paul Falke
* Fuchs &Schmitt, Geschäftsführerin Andrea Krumme
* Katag AG, Geschäftsführer Daniel Terberger
* Marc Cain GmbH, Geschäftsführer Frank Rheinboldt
* Marc Polo AG, Geschäftsführer Dieter Holzer
* Mey GmbH, Geschäftsführer Matthias Mey
* Olymp/Bezner GmbH, Geschäftsführer Mark Bezner
* Opus GmbH, Geschäftsführer Stefan Leewe

Petra Steinke / 25.03.2020 - 08:22 Uhr

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