Schuhhandel

Coronavirus: BDSE warnt vor Hysterie

Siegfried Jacobs
Siegfried Jacobs

Der Bundesverband des deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) sieht derzeit keine nennenswerten Auswirkungen des Coronavirus auf den Schuhhandel. Es sei wichtig, nicht in Hysterie zu verfallen, so BDSE-Geschäftsführer Dr. Siegfried Jacobs.

Aktuell seien jedoch regional vereinzelt durchaus negative Effekte auf den Konsum absehbar, teilte BDSE-Geschäftsführer Dr. Siegfried Jacobs auf Anfrage von schuhkurier mit. Nämlich überall dort, wo das Virus zu Bewegungseinschränkungen der Menschen aufgrund behördlicher Empfehlungen geführt habe, wie etwa im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Und an all jenen Standorten, die üblicherweise höhere Umsatzanteile asiatischer Touristen vereinnahmen. „Insbesondere im Luxussegment wird man für die nächsten Monate mit zum Teil deutlichen Umsatzausfällen in den deutschen Metropolen rechnen müssen, da eine Reihe kauf- und konsumfreudiger Touristen fernbleiben wird“, so Dr. Jacobs.

Dr. Siegfried Jacobs: „Kühlen Kopf behalten“

Darüber hinaus könne davon ausgegangen werden, dass in hiesigen Krisengebieten der eine oder andere Konsument, der vorsichtshalber die Innenstadt zum Einkaufen meide, auf den Onlinehandel ausweiche. Dr. Siegfried Jacobs: „Dies sicher um so mehr, je stärker in den Publikumsmedien Panik geschürt wird. Schon heute ist die Verunsicherung in der Bevölkerung groß. Wichtig wird für alle Beteiligte sein, einen kühlen Kopf zu behalten und nicht in Hysterie zu verfallen.“

Coronavirus: „Konequenzen nicht noch nicht abschätzbar“

Mit Blick auf die Warenversorgung des Schuhhandels werden sich nach Einschätzung des BDSE-Geschäftsführers längere Produktionsausfälle und Transportbeschränkungen nachteilig auf die Belieferung auswirken. Bisher seien aber nur vereinzelt Lieferverzögerungen auszumachen. Ware mit späteren Auslieferterminen könnten dagegen stärker betroffen sein. „Denn China ist nicht nur ein wichtiges Herstellungsland für Schuh-Fertigprodukte, sondern auch für Vorprodukte, die andernorts für die Schuhherstellung benötigt werden. Sollten sich die Quarantänezonen in den Lieferländern deutlich ausdehnen, muss der Schuheinzelhandel mit größeren Lieferengpässen rechnen. Insgesamt sind Dimension und Konsequenzen der globalen Coronavirus-Epidemie für den deutschen Schuhhandel aber noch nicht wirklich abschätzbar.“

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Helge Neumann / 28.02.2020 - 09:47 Uhr

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