BDSE

Coronavirus: Was der Schuhhandel jetzt beachten sollte

Was muss der Schuhhandel angesichts der Ausbreitung des Coronavirus beachten? (Foto: Vögele Shoes)
Was muss der Schuhhandel angesichts der Ausbreitung des Coronavirus beachten? (Foto: Vögele Shoes)

Das neuartige Coronavirus breitet sich weiter in Deutschland aus. Der Bundesverband des deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) hat Handlungsempfehlungen für den Schuhhandel erstellt. 

Die steigende Zahl der Erkrankungsfälle von Covid-19 in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern zeigt, dass sich das Coronavirus auch hierzulande weiter ausbreitet. Die hohe Ansteckungsgefahr dieser Krankheit und die Vielzahl persönlicher Kundenkontakte erforderten eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen im stationären Fachhandel, teilt der BDSE mit. Grundsätzlich gelte dabei: Das Robert-Koch Institut schätzt die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aktuell als gering bis mäßig ein. Dennoch sollten spätestens jetzt einige Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.

Information der Mitarbeiter

  • Zunächst sind natürlich die Mitarbeiter über virusbedingte Risiken und Vorsichtsmaßnahmen aufzuklären. Wichtig ist es, durch eine sachliche Risikokommunikation Paniksituationen und unnötige Verunsicherungen unter den Mitarbeitern zu vermeiden. 
  • Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten sich über die zuständigen staatlichen Institutionen informieren, da in den sozialen Netzwerken viele falsche Nachrichten verbreitet werden.

Kundenkontakte

  • Das A&O: In den Unternehmen des Schuhhandels sollten die allgemeinen Hygienemaßnahmen, die auch gegen saisonale Grippe empfohlen werden, konsequent angewendet werden. Dies gilt in besonderem Maße für Mitarbeiter mit Vorerkrankungen der Atemwege oder mit geschwächtem Immunsystem.
  • Es sollte möglichst ein Mindestabstand zum Kunden von einem Meter eingehalten werden. An Kassenarbeitsplätzen lässt sich das in aller Regel nicht umsetzen. Dort sollten daher keine Beschäftigten mit relevanten Vorerkrankungen eingesetzt werden. 
  • Mitarbeiter sollten darauf achten, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen. Auch Desinfektionsspender, z.B. an den Kassen, sind hilfreich.

Coronaviren auf Oberflächen

Die Forschungsergebnisse zur Überlebensfähigkeit von Coronaviren auf verschiedenen Oberflächen bewegen sich zwischen zwei Stunden und bis zu 9 Tagen. Die Ansteckungsgefahr gilt als ausgesprochen unwahrscheinlich. So ist dem Robert-Koch-Institut auch bislang keine Infektionen durch importierte Waren oder Postsendungen bekannt. Die für den Schuheinzelhandel zuständige Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik hält deshalb ein äußerliches Desinfizieren von Waren für nicht erforderlich. Auch nach Aussage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importiere Waren wie Lebensmittel oder sog. Bedarfsgegenstände (u.a. Bekleidung, Schuhe) Quelle einer Infektion mit dem Coronavirus sein können.

Sonstige betriebliche und arbeitsrechtliche Fragestellungen

  • Die Handelsunternehmen sollten sich schon heute fragen, wie der Betrieb auch bei einer Verschärfung der gesundheitlichen Lage aufrechterhalten werden kann. So sind im derzeitigen Saisonabschnitt die Wareneingänge und -bestände hoch, die Umsätze aber noch nicht richtig in Fahrt gekommen. In dieser Situation ist auch der Kreditbedarf üblicherweise hoch. Vor diesem Hintergrund sind vorsorglich Gespräche mit der Bank angezeigt.
  • Der Schuheinzelhandel sollte sich darauf einstellen, dass es in den kommenden Wochen vermehrt zu krankheitsbedingten Ausfällen kommen kann: Mitarbeiter erkranken oder müssen erkrankte Familienangehörige pflegen. Gut beraten, wer sich im Vorfeld bereits Gedanken darüber macht, wie die Arbeitsabläufe auch bei geringerem Personalstand aufrechterhalten werden können.
  • Zu arbeitsrechtlichen Fragen verweist der BDSE an die regionalen Einzelhandelsverbände, die sich mit dieser Thematik intensiv beschäftigen und Mitgliedsunternehmen beraten. So etwa bei Themen wie Anspruch auf Freistellung auf Wunsch des Arbeitnehmers, Lohnfortzahlung oder Entschädigung bei Verdienstausfällen bei behördlichen Auflagen nach dem Infektionsschutzgesetz - wie z.B. Quarantäne, Erstattungsansprüche des Arbeitgebers bei Lohnfortzahlung oder Möglichkeiten der Anordnung von Kurzarbeit und Beantragung von Kurzarbeitergeld.
  • Sollte ein Geschäft aufgrund des Coronavirus geschlossen werden, greift die Betriebsunterbrechungsversicherung nicht, da diese einen vorherigen Sachschaden voraussetzt. Entschädigungszahlungen gibt es nur bei einer sog. Betriebsschließungsversicherung, wie sie in der Gastronomie zwar üblich ist, von Einzelhändlern i.d.R. aber nicht abgeschlossen wird.
Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Helge Neumann / 05.03.2020 - 16:00 Uhr

Weitere Nachrichten