Corona-Krise

Deichmann setzt Mietzahlungen aus

Deichmann-Filiale in München. (Foto: Deichmann)
Deichmann-Filiale in München. (Foto: Deichmann)

Der Essener Schuhhandelskonzern Deichmann setzt ab April sämtliche Mietzahlungen für die rund 1.200 Filialen in Deutschland aus. 

Deichmann sehe sich „leider gezwungen, vorsorglich die Miet- und Nebenkostenzahlung gegenüber unseren Vermietern vorübergehend ab dem Monat April für die Dauer der behördlich angeordneten Zwangsschließungen auszusetzen“, teilt das Essener Unternehmen auf Anfrage von schuhkurier mit. Es handle sich dabei um eine präventive Maßnahme, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten.

„Durch die seit Mitte März behördlicherseits angeordneten, flächendeckenden Filialschließungen konnten wir den stationären Geschäftsbetrieb nicht mehr aufrechterhalten. Selbstverständlich respektieren wir diese Maßnahme in vollem Umfang, um gemeinsam der Verantwortung für die Gesundheit aller Mitmenschen, unserer Beschäftigten und Kunden gerecht zu werden“, teilt Deichmann weiter mit. „Wir möchten jedoch die wirtschaftlichen Folgen, die sich aus dieser für alle Parteien im Vorfeld nicht planbaren Extremsituation ergeben, in Grenzen halten und für alle Beteiligten tragbar gestalten.“

Deichmann habe den Vermietern zudem mitgeteilt, dass man fortlaufend mit ihnen im Gespräch bleiben und bei Absehbarkeit der Dauer und der Auswirkungen der für alle Beteiligten schwierigen Situation erörtern wolle, wie mit diesem Thema sachgerecht und partnerschaftlich umgegangen werden könne. „Außerdem erwarten wir von den politisch Verantwortlichen, dass die durch die Zwangsschließungen entstehenden Mietschäden für die beteiligten Vertragsparteien ersetzt werden.“

Zuvor hatte unter anderem auch Adidas angekündigt, ab April keine Miete mehr für seine Läden zu zahlen. 

Helge Neumann / 27.03.2020 - 09:58 Uhr

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