Auswirkungen des zweiten Lockdowns

„Dem Fashionhandel droht eine weitere Horror-Saison“

Die nächsten Wochen werden laut dem Modehandelsverband BTE maßgeblich darüber entscheiden, wie künftig die Innenstädte und Einkaufszonen aussehen werden. 

Viele Modegeschäfte, Schuhläden und Kaufhäuser, die das Gesicht der Innenstädte maßgeblich prägen, haben seit Anfang November nach Angaben des BTE hohe zweistellige Umsatzverluste erlitten. „Nach ersten Hochrechnungen liegt der innerstädtische Fashionhandel in den ersten drei November-Wochen rund 40% unter dem Vorjahr, besonders betroffene Geschäfte verzeichnen sogar Einbrüche bis zu 80%“, berichtet Axel Augustin, Sprecher des BTE Handelsverband Textil. „Im Fashionhandel droht daher nach dem Lockdown im März/April die zweite Horror-Saison in Folge“, fürchtet Augustin. Viele Mode-, Schuh- und Lederwarengeschäfte kämpften daher um ihre Existenz. Den laufenden Kosten für Ware, Miete und Mitarbeiter würden aktuell keine entsprechenden Einnahmen gegenüber stehen. Augustin: „Jeder Tag beschert dem Fashionhandel weitere Verluste und drückt ihn noch tiefer in die roten Zahlen“. Allerdings ignoriere die Politik die besondere Konstellation in der Fashionbranche weiterhin. Die Überbrückungshilfen der Bundesregierung seien für Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche falsch konstruiert und kämen daher in den Geschäften nicht an. „Hier brauchen wir unbedingt Nachbesserungen“, fordert der BTE-Sprecher.

So lange ruht die Hoffnung des Modehandels laut BTE darauf, dass im Advent trotz Corona die Kunden den Weg in die Innenstädte finden. Schließlich sei bislang kein Fall bekannt, wonach sich Kunden beim Modeeinkauf mit Corona infiziert haben. Vielmehr hätten die Geschäfte verlässliche Hygienekonzepte für ein sicheres Einkaufen installiert. „Wenn jetzt die Kunden nur noch online einkaufen, werden in vielen Geschäften für immer die Lichter ausgehen und Geisterstädte zurücklassen“, warnt Augustin.

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Helge Neumann / 23.11.2020 - 12:58 Uhr

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