Einbußen bei Trekking- und Reiserucksäcken

Deuter verzeichnet Corona-bedingtes Minus

Deuter musste im Geschäftsjahr 2019/20 (30. Juni) leicht Federn lassen. (Foto: Stefan Neuhauser)
Deuter musste im Geschäftsjahr 2019/20 (30. Juni) leicht Federn lassen. (Foto: Stefan Neuhauser)

Die Firmengruppe Schwan-Stabilo hat im Geschäftsjahr 2019/2020 ein Minus von 8% verzeichnet. Die Marken der Outdoor-Sparte schlugen sich unterschiedlich.

Mit einem Umsatzrückgang von 8% auf 609,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2019/20 (Stichtag: 30. Juni 2020) hat Schwan-Stabilo die Auswirkungen der weltweiten
Corona-Krise nach eigenen Angaben „noch vergleichsweise in Grenzen“ halten können.

Der Teilkonzern Outdoor konnte mit einem Umsatz von 159,7 Mio. Euro nicht ganz an das Vorjahresergebnis (168,3 Mio. Euro) anknüpfen. Der Rückgang sei jedoch ausschließlich auf die Lockdown-Wochen von Mitte März bis Anfang Mai 2020 zurückzuführen. „Allerdings hatten wir in den einzelnen Bereichen sehr unterschiedliche Entwicklungen“, berichtet Martin Riebel, Geschäftsführer der Outdoor-Sparte mit den Marken Deuter, Ortovox, Maier Sports und Gonso umfasst. Während Ortovox weiterhin zweistellige Wachstumsraten vorweise, sei das Wintergeschäft von Maier Sports – auch infolge des milden Winters – leicht rückläufig.

Ähnlich zeige sich die Situation bei Deuter. Hier schlugen sich nach Auffassung von Martin Riebel Corona-bedingte, niedrigere Bestellungen der Vertriebspartner – etwa für Trekking- und Reiserucksäcke – sowie die anstehende Neustrukturierung des gesamten Sortiments nieder. Der neue Markenauftritt ab Frühjahr/Sommer 2021 habe erwartungsgemäß zu einer verhaltenen Befüllung der Lager im letzten Jahr des alten Logos und der alten Kollektion geführt. Der Ausblick ins nächste Jahr sei bisher trotz Corona „positiv“. Gonso, der Spezialist für Fahrradbekleidung, habe hingegen stark von dem allgemeinen Fahrradhype im Frühjahr und Sommer profitiert.

 

Digitale Offensive als strategischer Fokus 

 

Strategischer Schwerpunkt bei allen Marken war im abgelaufenen Geschäftsjahr die digitale Offensive. Martin Riebel: „Digital ist für viele das neue Normal. Die Pandemie hat dies nochmals eindrucksvoll untermauert. Wir haben nun alle digitalen Projekte im Teilkonzern Outdoor gebündelt und sind in den letzten Monaten mit großen Schritten vorangekommen. Ziel sind einheitlich digitale Plattformen über die ganze Outdoor-Gruppe.“ 

Im November 2019 ist der Onlineshop von Deuter live gegangen, im März 2020 folgte Ortovox. Maier Sports soll sich dieser gemeinsamen Plattform nach Einführung des neuen ERP-Systems, das alle Geschäftsprozesse in den Bereichen Finanzen, Fertigung, Vertrieb, Lieferkette, Personalwesen und Betrieb automatisiert und verwaltet, anschließen. „Mit unserer E-Commerce-Offensive ergänzen wir gezielt unsere Fachhandelsstrategie. Die Kunden haben, selbst wenn sie ihr Produkt über unsere Online-Shops auswählen, die Freiheit, es direkt hier zu bestellen oder es über den Fachhandel in ihrer Nähe zu beziehen“, führt Riebel aus.

 

Deuter: Zurück zu den Ursprüngen

 

Deuter, mit Robert Schieferle seit 1. Juli als Geschäftsführer, gehe verstärkt zurück zu seinem Ursprung, dem Bergsport. „Das ist keine Revolution, wir setzen Veränderungen behutsam um, etwa bei der Funktionalität und dem Design unserer Produkte.“ Die Wiedererkennbarkeit müsse gewährt bleiben. Der Logo-Wechsel werde nach und nach vollzogen: Seit Juli 2020 werden Artikel mit dem neuen Logo produziert, ab dem 1. März 2021 kommen sie für die Konsumenten sichtbar in die Läden. 
 

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Tobias Kurtz / 26.11.2020 - 15:28 Uhr

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