„Der japanische Markt ist nach wie vor interessant“

Deutscher Erfolg auf Fashion World Tokio

Der German Pavillon auf der Fashion World Tokyo. (Foto: HDS/L)
Der German Pavillon auf der Fashion World Tokyo. (Foto: HDS/L)

Auf der Fashion World Tokyo, die in diesem Jahr erstmalig als hybride Veranstaltung an den Start ging, waren auch die deutschen Schuh- und Lederwarenhersteller mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. 

Elf Unternehmen, darunter Ricosta, Finn Comfort, Rieker u.a. stellten vom 27. bis 29. Oktober im „German Pavillon“ aus. „Der japanische Markt ist für unsere Produkte nach wie vor interessant“, erläutert HDS/L Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert. „Daher freuen wir uns sehr, dass die Fashion World Tokyo als eine der wenigen Messen überhaupt in diesen sehr turbulenten Zeiten als Präsenzveranstaltung stattfinden konnte.“ 

Insgesamt 350 Aussteller, darunter 107 aus Übersee, präsentierten zur 11. Ausgabe ihre Produkte in Tokyo. Die Besucherzahlen lag laut Messeveranstalter bei 12.528.

Seit 2018 gibt es den „German Pavillon“ mit kontinuierlich guter Beteiligung auf der Fashion World Tokyo. Auch in Krisenzeiten steht der japanische Markt für die deutsche Schuh- und Lederwarenindustrie im Fokus. Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft weltweit, hat zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie umfangreiche Konjunkturpakete aufgelegt. „Aber obwohl die Konjunkturunterstützung pro Kopf höher ist als in allen anderen Ländern weltweit, bleiben Japans Wirtschaftsaktivitäten und Sozialleben durch die Corona-Pandemie weiter sichtlich beeinträchtigt“, befürchtet Manfred Junkert. 

Gemäß der jüngsten Einschätzung der Bank of Japan vom 15. Juli 2020 wird die Volkswirtschaft im Fiskaljahr 2020 (1. April bis 31. März) um 4,7% schrumpfen. Eine leichte Erholung wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet, die in einen positiven Wachstumstrend im nächsten Wirtschaftsjahr übergehen soll. Mit einer wirklichen Erholung von dem Coronavirus-Schock wird erst 2022 oder 2023 gerechnet.

In 2019 war Japan weltweit sechstgrößter Konsummarkt von Schuhen. Doch die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf den Außenhandel: Während im ersten Halbjahr 2019 rund eine halbe Millionen Paar Schuhe von Deutschland nach Japan ausgeführt wurde, ging die Ausfuhr um fast ein Drittel in den ersten sechs Monaten von 2020 auf 0,36 Mio. Paar zurück. Ähnlich hoch ist der Rückgang auch bei Lederwaren. Der Wert der von Deutschland nach Japan ausgeführten Lederwaren ist im ersten Halbjahr 2020 um 32,5% auf 14,7 Mio. Euro im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 gesunken. Dennoch blickt Manfred Junkert vorsichtig optimistisch in die Zukunft: „Das Qualitätsmerkmal „made in Germany“ kommt in Japan sehr gut an und der Dreiklang aus Fashion, Funktion und Komfort ist ein Alleinstellungsmerkmal vieler deutscher Kollektionen.“ 

Bei der kommenden Fashion World Tokyo Spring vom 23. bis 25. März 2021 wird es wieder einen HDS/L Gemeinschaftsstand geben.

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Laura Klesper / 09.11.2020 - 09:17 Uhr

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