Ricosta

Drei Fragen an: Kai Moewes

Kai Moewes (Foto: Redaktion)
Kai Moewes (Foto: Redaktion)

Der Donaueschinger Kinderschuhhersteller Ricosta hat sich entschieden, die Corona-Krise als Chance zu sehen. Wie macht man das? Drei Fragen an Vertriebsleiter Kai Moewes.

Was ist für Ricosta in der Corona-Krise das größte Problem?
 

Kai Moewes: Das ist sicherlich die Unsicherheit etwa in der Frage, wie lange wir es noch mit dieser Situation zu tun haben. Spürbar ist sicherlich auch eine gewisse Angst in vielen Lebensbereichen. Ich muss aber ganz klar sagen, dass bei uns der Optimismus deutlich stärker ausgeprägt ist als die Unsicherheit. Wir konzentrieren uns sehr entschlossen und mit aller Kraft auf die Dinge, die wir – trotz Corona – gestalten können. Denn es lohnt nicht, sich auch nur für eine Sekunde über die Dinge zu ärgern, die man gerade nicht gestalten kann.

 

Was stimmt Euch hoffnungsvoll bzw. zuversichtlich?
 

Das Kinderschuh-Segment hat im Angesicht der Krise noch eine etwas bessere Position als andere Bereiche. Kinderschuhe werden immer gebraucht, auch in Zeiten von Corona. Das ist eine große Chance! Unser Telefon steht derzeit nicht still, weil viel Ware nachbestellt wird – und nicht nur in kleinen Mengen, sondern auch in ganzen Sortimenten. Wenn man uns dieser Tage besuchen würde, wäre beinahe kein Unterschied zur üblichen Situation erkennbar. Der Parkplatz ist besetzt wie immer. Unsere Produktion läuft uneingeschränkt weiter; wir haben in allen Bereichen intensive Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Es gibt zahlreiche Video-Konferenzen, in denen wir schnell und effektiv entscheiden. Wer sich ein Büro teilt, arbeitet jetzt im Wochenwechsel. Eine Leere oder Lähmung ist hier bei Ricosta nicht spürbar. Das macht uns viel Freude. Zudem stellen wir auch fest, dass mit Partnern in der Branche andere Gespräche geführt werden als früher. Wir tauschen uns aus, finden gemeinsam nach Lösungen. Und man stellt dabei fest, wer auch in Krisenzeiten den Begriff Partnerschaft ernst nimmt.

 

Wie wird Corona unsere Branche verändern?
 

Sicherlich wird der Bereich Online an Bedeutung zunehmen. Es wird unerlässlich sein, als stationärer Händler Online-Aktivitäten in die Arbeit zu integrieren. Wer das macht, profitiert in Corona-Zeiten – und sicherlich auch danach. Ich denke außerdem, dass sich der Austausch zwischen Industrie und Handel verändern wird. Rein technisch, indem man in Zukunft weniger reist und mehr per Video diskutieren wird. Das bringt auch einen gewissen Nachhaltigkeitsaspekt mit sich. Aber auch inhaltlich wird es Veränderungen geben: mehr konkrete Entscheidungen, mehr Verbindlichkeit. Und: mehr Höflichkeit. Die Unternehmen in unserer Branche werden erkennen, wer auch in der Krise die echten Partner waren. Und mit diesen Firmen die Zusammenarbeit intensivieren. Ich glaube und hoffe, dass Partnerschaft in Zukunft nicht mehr nur ein Lippenbekenntnis sein wird. Menschen und Unternehmen, zwischen denen Vertrauen herrscht, werden gemeinsam in Zukunft mehr erreichen.

 
Petra Steinke / 14.04.2020 - 12:45 Uhr

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