Interview

Drei Fragen an: Max Hallerstede

Max Hallerstede (Foto: Hallerstede)
Max Hallerstede (Foto: Hallerstede)

Das Lederwarengeschäft Hallerstede ist eine Institution in Oldenburg. Geschäftsführer Max Hallerstede erwartet in diesen Tagen Gelder seiner Hausbank.

 

Die Liquidität ist die größte Herausforderung für alle Händler. Bei vielen drängt die Zeit. Was sieht die Situation bei Ihnen aus?

Max Hallerstede: Bedingt durch den umfangreichen Umbau 2019 stehen wir vor besonderen Herausforderungen bezüglich der Liquidität. Wir haben sofort, als es möglich, war Förderkredite beantragt und hoffen, dass diese schnell bewilligt werden. Wir befürchten allerdings, dass diese aufgrund der Antragsflut erst im Mai oder Juni ausgezahlt werden. Parallel haben wir direkt Gespräche mit unserer Hausbank für die kurzfristige Überbrückung bis zur Gewährung  der Förderkredite aufgenommen.

Aufgrund einer sofort erstellten Liquiditätsplanung bis zum Jahresende konnten wir unsere Hausbank überzeugen, Mittel unbürokratisch zu gewähren, sodass wir diese oder nächste Woche bereits eine Auszahlung erhalten sollen. Hiermit können wir drei Monate überbrücken.
Wie es nach dieser Zeit weiter geht, kann man aktuell noch nicht sagen.

 

Die stationären Geschäfte sind geschlossen. Wie entwickeln sich aktuell die Umsätze in Ihrem Online-Shop kofferworld.de?

Die Hauptproduktgruppe von Kofferworld sind, wie der Name schon sagt, Koffer. Somit sind die Umsätze aktuell sehr schlecht. Wir gehen davon aus, dass wir mindestens bis in den späten Herbst, wenn nicht sogar Winter, mit starken Rückgängen rechnen müssen. Zusätzlich ist zu befürchten, dass der ohnehin schon ausgeuferte Preiskampf im Koffersegment, sich weiter verschärfen wird.

 

Von ein bis sechs: Wie bewerten Sie aktuell die Zusammenarbeit mit Ihren Lieferanten?

Wird würden eine 3- geben. Viele Lieferanten stehen mit dem Rücken zur Wand, so dass Sie selbst kaum Handlungsspielräume haben. Dies bedeutet entsprechend, dass Stornierung oder Verringerungen von Mengen oft nicht gewährt werden können, wofür wir einerseits natürlich Verständnis haben, andererseits die Art und Weise teilweise nicht gut heißen können. Im Herbst wird das natürlich zu deutlichen Überbeständen führen. Aber es gibt auch einige Lieferanten, die sich so kulant wie möglich zeigen und partnerschaftlich die Situation meistern wollen. Wir sind da noch in einigen Verhandlungen und hoffen mal das Beste.
 

Tobias Kurtz / 09.04.2020 - 11:25 Uhr

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