Interview

Drei Fragen an: Thomas Wetzlar

Thomas Wetzlar (Foto: Igedo Company)
Thomas Wetzlar (Foto: Igedo Company)

Eine Annäherung an Corona in drei Fragen. Den Start macht Thomas Wetzlar (u.a. Naturino/Falc)

Herr Wetzlar, wie geht es Ihnen mit Naturino in dieser Situation, jetzt wo Italien beinahe alles still gelegt hat? 

Die Situation in Italien ist vielerorts dramatisch und auch Falc ist von dem verhängten Lockdown betroffen. Das gesamte Team arbeitet seit der Gallery Shoes im Homeoffice. Dank der regelmäßigen Videokonferenzen sind sich alle gefühlt aber sogar noch näher als sonst und ich bin sicher, dass dieses Instrument auch unsere zukünftige Arbeitsweise positiv beeinflussen wird. Besonders betroffen macht uns auch die Situation vieler unserer Kunden. Gerade jetzt, wo das Wetter so schön ist, sind die Ladenschließungen besonders schmerzhaft. Hoffentlich geht diese Episode schnell vorüber. 


Gibt es bereits Überlegungen, wie mit den kommenden Squares-Terminen verfahren wird? 

Im Moment finde ich es noch schwer, den richtigen Zeitpunkt zu benennen. Wir erhalten allerdings täglich Anfragen aus der Branche, viele von Herstellern, Distributoren und Handelsvertretungen, die bislang noch nicht bei uns ausgestellt haben und vormerken, beim nächsten Mal dabei sein zu wollen. Hinsichtlich der Termine unterscheiden wir uns von anderen Messeangeboten ja nicht nur durch unsere regionale Ausrichtung und unseren Preis. Vor allem unsere sehr große Flexibilität dürfte beim nächsten Mal ausschlaggebend sein: Wir gehen dahin, wo die Branche uns braucht – und wenn es sein muss, auch mit zwei Wochen Vorlaufzeit.

 

Wie wird sich die Order in einer Zeit nach Corona sortieren? 

Ich denke, dass Handel und Industrie gerade erkennen, dass die wichtigste Funktion des stationären Handels nicht die dezentrale Bereithaltung von Waren ist, sondern der besondere, teils auf langen Traditionen gründende Zugang zum Endverbraucher. Daher gehe ich davon aus, dass sich der Handel bei all den Artikeln, die er mit hoher Treffsicherheit vordisponieren kann, auch zukünftig zu einer eigenen Lagerhaltung entschließen wird. 

Alle anderen Artikel oder gar Warengruppen wird er sicher inszenieren und interessierten Endverbrauchern präsentieren, aber nicht mehr zwangsläufig über Musterteile hinaus bereithalten. Weshalb sollen auch nur die großen Onlineshops als Marktplätze für die Industrie agieren, nicht aber die Händler vor Ort? All dies muss natürlich vorbereitet und besprochen werden: Scalerion liefert hierfür die technische Grundlage – und die Squares Veranstaltungen den erforderlichen Rahmen.

Laura Klesper / 25.03.2020 - 15:16 Uhr

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