Nach dem 2. Lockdown

ECE will Mieter um 75 Mio. Euro entlasten

Alexander Otto (Foto: ECE/Anna-Lena Ehlers)
Alexander Otto (Foto: ECE/Anna-Lena Ehlers)

Die ECE will angesichts des zweiten Lockdowns in Deutschland die betroffenen Händler und Gastronomen erneut entlasten. Für Mieter, die ihre Läden derzeit nicht öffnen dürfen, gibt es ein konkretes Angebot.

Vorbehaltlich der Zustimmung der jeweiligen Investoren und Banken will die ECE bei betroffenen Händlern für den Zeitraum der Ladenschließung seit Mitte Dezember die Kaltmiete um die Hälfte reduzieren. Dies gilt laut dem Unternehmen auch für mögliche weitere Lockdowns im Jahr 2021. Bei einem Lockdown von einem Monat bedeute dies ein Mietverzicht von bis zu rund 50 Mio. Euro in Deutschland.
Darüber hinaus verzichtet der Shoppingcenter-Betreiber nach eigenen Angaben auf die Werbebeiträge für das erste Quartal 2021 sowie auf mögliche Sonderwerbebeiträge in 2021. Hierdurch sollen die Händler Anfang 2021 um weitere rund 25 Mio. Euro entlastet werden.
In Summe werde die Entlastung daher bis zu rund 75 Mio. Euro betragen und damit der Summe entsprechen, auf die die jeweiligen Investoren bereits im Frühjahr nach dem 1. Lockdown verzichtet hatten, teilt ECE mit.

Alexander Otto, CEO der ECE Group, erklärt zu dem Vorhaben: „Der Lockdown vor Weihnachten ist der absolute Worst Case für alle Händler und bedroht viele von ihnen in ihrer Existenz. Daher brauchen sie jetzt eine schnelle Entlastung, zumal die versprochenen staatlichen Hilfen bislang viel zu langsam und vielfach auch gar nicht fließen. Wir sehen uns als Partner sowohl der Händler wie der Investoren und sehen uns in der Pflicht, hier zu einem fairen Interessensausgleich zu kommen. Für das Portfolio meiner Familie habe ich daher entschieden, dass wir uns mit den Mietern die Miete für die weiteren Schließungszeiträume teilen wollen. Ich freue mich, dass sich bereits weitere namhafte Investoren dieser Vorgehensweise angeschlossen haben.“

Er glaube, „dass es sowohl im Interesse der Einzelhändler wie der allermeisten Vermieter in Deutschland wäre, wenn wir hier zu einer möglichst schnellen und einheitlichen Lösung kämen, damit wir unsere ganze Kraft auf die Herausforderungen konzentrieren können, die vor uns liegen.“

Insgesamt lägen inzwischen für knapp zwei Drittel der rund 100 ECE-Center in Deutschland die grundsätzlichen Zustimmungen der jeweiligen Investoren bereits vor, darunter auch Pensionsvereine zur betrieblichen Altersvorsorge. Mit anderen liefen derzeit entsprechende Gespräche.

Auch für den ersten Lockdown im Frühjahr habe man „mit den allermeisten Händlern“ zu einer einvernehmlichen Lösung gefunden, teilt der Shoppingcenter-Betreiber mit. Joanna Fisher, CEO ECE Marketplaces: „Mit 90% der Händler, die von der Schließung unmittelbar betroffen waren, konnten wir uns inzwischen auf Vertragsanpassungen einigen.“ In der Regel wurden die Miete temporär reduziert und dafür die Mietvertragslaufzeit verlängert. In Summe beträgt der Mietverzicht für das Frühjahr voraussichtlich über 75 Mio. Euro.

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Petra Steinke / 22.12.2020 - 15:39 Uhr

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