Studie

EHI untersucht Mietvertragskonditionen im Handel

Mall of Berlin (Foto: KP Ivanov/Unsplash)
Mall of Berlin (Foto: KP Ivanov/Unsplash)

In einem Whitepaper hat das EHI die Mietvertragskonditionen im Handel von den Jahren 2015 und 2019 untersucht. Dabei zeigt sich ein starkes Stadt-Land-Gefälle.
 

Nicht erst seit Corona sind die Mieten im Handel Anlass für Diskussionen und Verhandlungen. Ein Vergleich des EHI zwischen den Jahren 2015 und 2019 zeigt, dass sich in dem Zeitraum die Verhandlungsposition der Mieter verbessert habe. Dennoch: „Vertragsverhandlungen in den Toplagen der Big-7-Städte gestalten sich immer noch schwierig,“ erklärt Studienleiterin Kristina Pors: „Am besten lassen sich Mietvertragskonditionen im ländlichen Raum und Stadtrandlagen durchsetzen.“

Die gängigste Mietart 2019 und 2015 ist die indexierte Fixmiete, die sich hauptsächlich am dem Lebenshaltungskosten-Index orientiert. 85,7% vereinbaren 2019 diesen Mietzins (2015: 71,4%). Um Kosten zu reduzieren, werden Mieten laut EHI dennoch fast immer nachverhandelt. Insbesondere Vertragsverlängerungen bieten bei allen Befragten Anlass zu Neuverhandlungen, in denen dann häufig Mietreduktionen erzielt werden. Zwei Drittel der Befragten geben an, in 2019 mehr Sonderkündigungsrechte zu ihren Gunsten auszuhandeln, als es 2015 der Fall war. Dieses Recht greift z.B. meist bei Leerständen im Objekt oder in der unmittelbaren Nachbarschaft, so das EHI in seinem Whitepaper.
 
Der Verhandlungserfolg ist maßgeblich von der Lage der Mietobjekte abhängig. 80,0% geben an, bei Mietobjekten im ländlichen Raum erfolgreicher zu verhandeln als in Städten und 72,0% beschreiben dies für Stadtrandlagen. Für die Top-Lagen der Big-7-Städte sieht sich nur ein gutes Drittel in günstiger Verhandlungsposition.
 

Sowohl bei Stand-alone-Standorten (35,7%) und Shopping-Center-Objekten (50,0%) als auch in den Innenstadtlagen (53,6%) dominieren 2019 Verträge mit einer minimalen Laufzeit von fünf Jahren. Bei Fachmarktzentren (39,3%) werden eher Laufzeiten von mindestens 10 Jahren vereinbart. 2015 waren für alle Lagen Verträge mit Mindestlaufzeiten von 10 Jahren üblich (50,0%).  
 
Generell werden Mindestlaufzeiten vertraglich unterschiedlich vereinbart, abhängig davon, ob es sich um eine reine Neueröffnung, einen Umzug oder eine Renovierung handelt, so das EHI. Der größte Unterschied wird zwischen einer Neueröffnung und einer Wiedereröffnung gesehen.
 
Die maximalen Mietlaufzeiten betragen für alle Lagen überwiegend 15 bis 20 Jahre und mehr. Bei Innenstadtlagen und Shopping-Centern ist man dennoch vorsichtiger, d. h. es gibt auch kürzere Laufzeiten von bis zu 10 Jahren. 

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Laura Klesper / 20.05.2020 - 14:58 Uhr

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