Corona-Krise

EK/Servicegroup legt Exit-Plan vor

EK-Vorstandsmitglied Susanne Sorg (Foto: EK Servicegroup)
EK-Vorstandsmitglied Susanne Sorg (Foto: EK Servicegroup)

Die EK/Servicegroup hat einen Plan für die Übergangsphase nach dem Shut-Down erarbeitet. Sie erstellte ihn gemeinsam mit ihren Handelspartnern.

Um für die Lockerung des gegenwärtigen Shutdowns vorbereitet zu sein, entwarf die EK/Servicegroup einen Exit-Plan für den Einzelhandel und übergab ihn unter anderem an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

„Wir stehen grundsätzlich hinter den Entscheidungen der Bundesregierung. Als Verbundgruppe mit 4.000 Händlern ist es allerdings unsere Verantwortung, ein plausibles Übergangsszenario für den Einzelhandel nach dem Shutdown mitzugestalten“, so der EK Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Hasebrink zur aktuellen Initiative.

In einem gemeinsam mit den Handelspartnerinnen und Handelspartnern erstellten internen Papier über mögliche Maßnahmen haben die Bielefelder konkrete Aktivitäten und Vorgehensweisen festgehalten, die die Wiedereröffnung der Geschäfte im Rahmen der Anordnungen der Bundesregierung beschleunigen könnten.

Der Maßnahmenkatalog ist auf Basis einer Online-Umfrage unter den Mitgliedern erstellt worden, teilt die EK/Servicegroup mit. Er enthält elf Kapitel mit konkreten Regelungen zu Themen wie Zugangskontrolle, Hygieneregeln, kontaktloser Kassenbereich, eingeschränkte Öffnungszeiten usw.

Parallel dazu will die Verbundgruppe entsprechende Materialien für den Handel bereitstellen. Dazu zählen notwendige Hilfsmittel für die Ladenausstattung wie Hustenschutz und Desinfektionsstationen genauso wie Bodenaufkleber für eine Abstandsregelung, kontaktlose Bezahlmöglichkeiten am POS oder individualisierbare Informationstafeln für das Geschäft bzw. entsprechende Banner für den Online-Auftritt.

„Im Vordergrund steht bei allem wirtschaftlichen Druck im Handel immer die Gesundheitsfürsorge für Kunden und Mitarbeiter, die wir mit unserem umfassenden Maßnahmen-Katalog in den Fokus nehmen“, setzt EK Vorstandsmitglied Susanne Sorg weiterhin eindeutige Prioritäten.

 

Der interne Katalog der EK Servicegroup über mögliche Maßnahmen:

 

1) Limitierter Zutritt von Kunden: Es werden nicht mehr als X Personen gleichzeitig gestattet, das Ladengeschäft zu betreten.
Faustformel: ein Kunde auf 10 qm Verkaufsfläche, d.h. 200 qm = 20 Kunden sind maximal im Geschäft
Kontrolle: An jeder Eingangstür steht Personal und kontrolliert den limitierten Zutritt von Kunden.
Ein einfaches Beispiel kennt man beim Langstreckenlauf durch die Ausgabe von Gummibändern, die vom Einlasspersonal über das Handgelenk des Kunden gestreift werden. Sind alle Gummibänder unterwegs, muss gewartet werden, bis das erste am Ausgang zurückgegeben werden. Andere Möglichkeiten wären die Ausgabe von Tüten, bunter Bändern, etc..
Das Einlasspersonal trägt Gummihandschuhe und Mundschutz.
Jeder Kunde muss sich vor betreten des Geschäfts die Hände desinfizieren. Das Einlasspersonal kontrolliert.
Jeder Kunde hat eine Mundschutz zu tragen. Das Einlasspersonal kontrolliert.
Jeder Kunde bekommt das Fieber vor Eintritt gemessen. Das Einlasspersonal kontrolliert.
Personen mit erkennbaren Symptomen einer COVID-19-Erkrankung werden vom Zutritt ausgeschlossen.


2) Eingang und Ausgang sind getrennt: Damit Kunden den vorgeschriebenen von Mindestabstand von 1,5 m einhalten, sind Zugänge in ein Geschäft (bei großen Eingängen wie z.B. Kaufhäusern) geteilt: Eingang immer von rechts, Ausgang immer von links, die Trennung erfolgt durch einen Warenträger, Flatterband, etc.

3) Plakative Aufforderung: Mindestabstand von 1,5 m
Im Eingangs- sowie an den Kassen erfolgt auf Schildern die Aufforderung zur Einhaltung des Mindestabstands

4) Personal hält Abstand: Das Personal ist angewiesen einen Mindestabstand von 1,5 m sowohl untereinander als auch zum Kunden zu wahren.
Darüber hinaus ist dafür zu sorgen, dass dieser Mindestabstand auch unter den Kunden eingehalten wird.
Vorgeführte Artikel sind ausschließlich durch Mitarbeiter zu bedienen und regelmäßig zu desinfizieren.

5) Kassenbereich:
Im Kassenbereich sind sichtbare Klebestreifen auf dem Fußboden angebracht, die die Länge der Abstände verdeutlichen, die zwischen den Personen eingehalten werden müssen
Im Kassenbereich sind Spuckschutz-Aufsteller installiert
Desinfektionsmittel für die Hand- bzw. Arbeitsmitteldesinfektion sind bereitgestellt
Hinweis auf kontaktlosen Bezahlung als bevorzugte Zahlart sind vorhanden
Schale zur kontaktlosen Übergabe von Bar-/Wechselgeld bereitgestellt

6) In rückwärtigen Bereichen (Pausenraum/Lager/Toiletten) sind zusätzlich Spender mit Desinfektionsmitteln zur Verfügung gestellt

7) Das Reinigungs- und Desinfektionsregime ist verstärkt.

8) Für Mitarbeiter an den Kassen und auf der Fläche sind Mund-/Nasenschutz und/oder Atemschutzmasken und/oder Plexiglasvisiere und Gummihandschuhe bereitgestellt

9) Sämtliche Auflagen sind am Eingangsbereich und im Markt selbst an mehreren Stellen deutlich sichtbar platziert

10) Eingeschränkte Öffnungszeiten: Während der ramp up Phase ist eine eingeschränkte/beschränkte Öffnungszeit denkbar, etwa täglich lediglich 6 h oder nur von Do-Sa. Alle Spielarten sind möglich

11) Gastronomisches Angebot in Geschäften: Das Ausschenken von Getränken und/oder der Verzehr von Speisen ist während der ramp up Phase untersagt
 

 
Tobias Kurtz / 16.04.2020 - 09:49 Uhr

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