Handel in der Corona-Krise

„Es kommt ein Tsunami“

Der Handel leidet an der Corona-Krise – auch nach dem Restart ist an Normalität nicht zu denken. Bis zu 200.000 Geschäfte könnten für immer vom Markt verschwinden. Noch in diesem Jahr. 

In einem Bericht des „Spiegel“ vom 13. Mai wird ein Blick auf die Einkaufsstraßen Deutschlands geworfen und die aktuell deutlich geringere Frequenz beleuchtet. Die Rostocker Einkaufsmeile Kröpeliner Straße kam vor Corona im Schnitt auf 37.000 Besucher pro Tag. Jetzt sind es maximal 23.000. Gleiches gilt für Hamburg, wo der Jungfernstieg normalerweise täglich von 45.000 Menschen besucht wird. Aktuell sind es 18.000. Und die Kaufinger Straße in München, die vor dem Shutdown durchschnittlich 120.000 Menschen begrüßte, zählt aktuell 48.000 Besucher.

Gerrit Heinemann, der an der Hochschule Niederrhein eine Professur für Management und Handel inne hat, prognostiziert bis zu 200.000 Geschäftsaufgaben – noch in diesem Jahr. Die Lockerungen haben seiner Meinung nach bislang noch nichts erreicht. Den Umsatzrückgang im Handel beziffert er aufgelaufen mit 12,1 Mrd. Euro – und es dürfte bis Jahresende noch schlimmer werden. Dazu tragen laut Heinemann auch die verordneten Hygienemaßnahmen bei: Eine Begrenzung der Besucher in den Geschäften, Maskenpflicht und Abstandsregeln fördern die Kauflust nicht – im Gegenteil. Aus Sicht des Experten sind vor allem Textilhändler von der Krie betroffen: „Es schiebt sich ein regelrechter Tsunami auf die Branche zu, der sie Ende September treffen wird“, so Heinemann.

Dann ist die Pflicht zum Insolvenzantrag für Firmen mit finanziellen Schwierigkeiten wieder in Kraft. Sie ist jetzt während der Krise ausgesetzt. Und es kommen weitere Herausforderungen auf die Händler zu: Sie müssen die jetzt ggf. gestundeten Mietzahlungen leisten und die Ware für H/W bezahlen. 

Den vollständigen Artikel des Spiegel lesen Sie hier.

 
Petra Steinke / 13.05.2020 - 09:13 Uhr

Weitere Nachrichten