Zukunft des Schuhmacherhandwerks

Experten diskutieren am „Runden Tisch Reparatur“

Vertreter aus Handwerk, Lederbranche und der Politik diskutierten, wie der Schuhreparatur zu mehr Aufmerksamkeit verholfen werden kann (Screenshot: Redaktion)
Vertreter aus Handwerk, Lederbranche und der Politik diskutierten, wie der Schuhreparatur zu mehr Aufmerksamkeit verholfen werden kann (Screenshot: Redaktion)

Unter dem Titel „Schuhkunft“ diskutierten Vertreter aus Schuhmacherhandwerk, Lederbranche und von verschiedenen Institutionen über Möglichkeiten, die Reparatur von Schuhen zu forcieren.

„Was muss geschehen, damit mehr Schuhe repariert werden können?“ Das war eine der Fragen, die am 17. Juni im Rahmen einer Diskussionsrunde erörtert wurden. Klar ist: Es gibt durchaus Möglichkeiten, Schuhe zu reparieren – und sie eben nicht nach längerem Gebrauch wegzuwerfen. Eine global aufgestellte Schuhproduktion, schnelle Modetrends und oft die nicht ausreichende Qualität der Materialien erschweren diesen Prozess jedoch vielfach. Rolf Rainer, Schuhmacher-Obermeister aus Ratingen, stellte im Rahmen der Diskussion die Ergebnisse einer Umfrage vor. Diese hat ergeben, dass die Reparatur von Schuhen in den zurückliegenden Jahren stark zurückgegangen ist. Rund 500 Schuhmacherbetriebe gibt es derzeit in Deutschland, und inzwischen sei, so Rainer, eine neue Generation junger Schuhmacher und Schuhmacherinnen herangewachsen, die mit viel Elan und Kreativität ans Werk gehe.

Die niederländische Schuhdesignerin und -ingenieurin Nicoline van Enter betonte, dass viele Unternehmen der Schuhbranche inzwischen erhebliche Summen investierten, um ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Es müsse jedoch mehr in die Langlebigkeit der Schuhe investiert werden. Die simple Botschaft, Schuhe häufiger reparieren zu lassen, werde wahrscheinlich nicht gehört, so van Enter. Wichtiger sei es, intelligente und moderne Werbebotschaften zu entwickeln, die an Verbraucher, aber auch an die Industrie adressiert werden. auch im Handwerk selbst müsse für dieses Vorhaben geworben werden.
Zudem könne es eine Option sein, durch die Reparatur den Schuh nicht in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, sondern ihn vielmehr weiterzuentwickeln. Aus Sicht von Lisa Röding vom Politikberatungsinstitut Ökopol stehen auf EU-Ebene Texilien und Schuhe zunehmend im Fokus einer nachhaltigen Produktpolitik. Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Schadstoffreduzierung und Recycling-Möglichkeiten sind demnach auf der Agenda der Verantwortlichen.

In weiteren Diskussionsrunden will der „Runde Tisch Reparatur“ in nächster Zeit Maßnahmen entwickeln, um für die Reparatur von Schuhen zu werben und die Lobby des Schuhmacherhandwerks zu stärken.  

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Petra Steinke / 18.06.2020 - 14:37 Uhr

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