Corona-Krise

Finanzhilfen: Mode-Initiative fordert „staatliche Zuwendungen“

Daniel Terberger
Daniel Terberger

Die Erleichterung der Kreditvergabe für den Mittelstand sei ein wichtiger Schritt zur Unterstützung des innerstädtischen Modehandels. Echte Zuwendungen des Bundes blieben aber erforderlich, teilt die Initiative der Industrie zur Unterstützung des Modefachhandels mit. 

Die Initiative der Industrie zur Unterstützung des Modefachhandels begrüßt die Nachbesserung zur erleichterten Kreditvergabe durch die KfW. Durch die Vergabe der Darlehen mit 100% Staatsbürgschaft werde es vielen mittelständischen Modefachhändlern gelingen, an dem Hilfsprogramm zu partizipieren. „Das Soziotop unserer Innenstädte ist nach wie vor in Gefahr“, so Daniel Terberger, Katag AG. „Mit dieser bedeutsamen Veränderung des Hilfsprogrammes wird sich die Durchdringung der Hilfen aber sicher vervielfachen.“ Der aktuelle Lock-Down des deutschen Modehandels bedrohe die Existenz des Handels und der Industrie massiv. Betroffen seien viele tausend Unternehmen und Tausende von Mitarbeitern. „Die 100% Staatsbürgschaft ist ein sehr wichtiger Schritt“ so Dieter Holzer, Marc O’Polo AG, „aber es werden auch echte staatliche Zuwendungen wie z.B. Steuererleichterungen oder Darlehenswandlungen in echte Zuschüsse benötigt, um den Schaden der Corona Krise aus dem System zu bekommen.“  

Der Modefachhandel sei durch den Verlust der Frühjahr/Sommer Saison und des bedeutsamen Ostergeschäftes mit hohen Warenlägern konfrontiert, teilt die Initiative mit. Gleichzeitig sei bereits disponierte Ware in der Pipeline. Der nachweisbar entstandene Deckungsbeitragsverlust durch den Saisonausfall, gemessen am Drei-Jahres-Schnitt der Vorjahre, sollte von den Darlehen abgezogen werden können bzw. in echte Zuschüsse umwandelbar sein. Eine Möglichkeit der Steuererleichterung sei die nachträgliche Anrechnung der voraussichtlichen Verluste aus 2020 gegen die Gewinne der vergangenen fünf Jahre und daraus abgeleitet dann die Rückerstattung der gezahlten Einkommens-/Körperschafts-/ Gewerbe-Steuern der Unternehmen. So würde sichergestellt, dass die politische Zielsetzung, nur gesunde Unternehmen zu erhalten, erfüllt ist.

„Stand heute müssen die KfW-Darlehen und Steuerstundungen zurückgeführt werden. Das heißt, der Modefachhandel finanziert die Krise, dies behindert jedoch die Investitionsmöglichkeiten für Jahre“, schreiben die Initiatoren der Unterstützungskampagne.

Helge Neumann / 08.04.2020 - 12:42 Uhr

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