Corona-Krise

GMS kritisiert Hausbanken

Dr. Karsten Niehus, Thomas Schulte-Huermann (Foto: GMS)
Dr. Karsten Niehus, Thomas Schulte-Huermann (Foto: GMS)

In der Bewältigung der Corona-Krise seien die Hausbanken der entscheidende Engpass, teilt der GMS Verbund mit. Die Banken müssten die Beschlüsse der Bundesregierung schneller umsetzen.  

Nach weit über 1.000 Telefongesprächen mit ca. 500 besonders betroffenen Kunden in ganz Europa stellt sich nach Angaben von GMS in Deutschland die Gewährung von KfW Mitteln als der Engpass heraus. Während in den Niederlanden die Tilgungen ohne Anfrage für sechs Monate ausgesetzt würden, gebe es ernsthafte Probleme mit den deutschen Banken bei der Umsetzung des Maßnahmenpakets. Viele Banken würden sich mit fadenscheinigen Begründungen auch bei Kunden mit bester Bonität, aus der Pflicht ziehen. Stattdessen bieten die Hausbanken laut der Verbundgruppe Kontokorrentkredite zu 7% bis 9% Zinsen oder eigene Betriebsmitteldarlehen zu schlechteren Konditionen.

„So ein Vorgehen halten wir für zutiefst unsolidarisch. Viele Banken nutzen den Liquiditätsdruck im Handel, um Geschäfte zu machen. Es braucht im ersten Schritt keine neuen Bürgschaften, es braucht die schnelle Umsetzung der Regierungsbeschlüsse durch die Banken. Wir werden alles tun was notwendig ist, um unseren Händlern bei der Beantragung der Mittel zu helfen“, erklärt GMS-Geschäftsführer Dr. Karsten Niehus. „Unsere Händler brauchen jetzt ganz konkrete Unterstützung bei der Ermittlung des mittelfristigen Finanzbedarfs und vor allem vor Ort bei den Gesprächen mit ihrer Hausbank“, so Thomas Schulte-Huermann, ebenfalls Geschäftsführer von GMS. 

GMS habe dazu ein Schreiben an die jeweilige Hausbank des GMS Kunden erstellt, welches jeder Fachhändler seiner Bank vorlegen könne. Bei Unklarheiten oder Ablehnung werde danach ein Gespräch durch GMS mit der Hausbank selbst geführt.

Helge Neumann / 27.03.2020 - 14:32 Uhr

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