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GMS rechnet mit schwachen Umsätzen nach Re-Opening

Dr. Karsten Niehus, Thomas Schulte-Huermann (Foto: GMS)
Dr. Karsten Niehus, Thomas Schulte-Huermann (Foto: GMS)

Aufgrund der Erfahrungen aus den Niederlanden und Österreich gibt der GMS Verbund konkrete Handlungsempfehlungen für die Zeit nach der Wiedereröffnung.

Nachdem die ersten Geschäfte in Österreich nach vier Wochen Shut-Down wieder öffnen durften, zeigt sich laut GMS Verbund eine deutliche Zurückhaltung der Konsumenten. Auch in den Niederlanden, wo die meisten Geschäfte noch geöffnet sind, verzeichneten die GMS Kunden gegenüber dem Vorjahr geringere Umsätze. „Außer bei den Kinderschuhfachgeschäften erleben wir eine deutliche Konsumzurückhaltung“, so GMS-Geschäftsführer Dr. Karsten Niehus. „Es braucht vermutlich mehr als offene Ladentüren, um die Konsumlust wieder zu befeuern“. Daraus würden sich auch für Deutschland konkrete Handlungsempfehlungen für die Zeit nach Lockerung des Shut-Down ableiten lassen. Die erneute Empfehlung der Kölner Verbundgruppe laute daher, den Endkunden durch Aktionen online und offline anzusprechen. Dies könne allein oder besser in der Werbegemeinschaft geschehen. Vor allem gemeinsam mit anderen könne es gelingen die nötige Kauflust zu erzeugen, heißt es seitens GMS. 

Auch empfiehlt der GMS Verbund eine entsprechend angepasste, schrittweise Personaleinsatzplanung mit Rücksicht auf besonders gefährdete Mitarbeiter. In jedem Fall sollten Mitarbeiter erst nach und nach aus der Kurzarbeit genommen werden und die Mieten weiterhin nur reduziert gezahlt werden. „Wenn die Umsätze bei 50% liegen dürfen auch die Kosten maximal 50% betragen“, so Dr. Karsten Niehus. „In den Niederlanden stehen einige unserer Händler allein im Geschäft und können so auch bei reduziertem Umsatz ohne Personal- und Mietkosten Geld verdienen und ihre Rechnungen bezahlen“, ergänzt Thomas Schulte-Huermann.

Schließlich sollten sich auch Geschäfte, die derzeit keine akuten wirtschaftlichen Probleme haben, auf schwächere Umsätze in den nächsten Monaten einstellen und die angebotenen KfW-Kredite und Zuschüsse beantragen. „Wir stellen noch immer bei einigen unserer Kunden, gerade solchen mit bester Bonität, eine gewisse Zurückhaltung bei der Beantragung von KfW Krediten fest. Dabei ist in den vergangenen 15 Jahren noch keiner unserer Kunden wegen zu viel Kapital in Schieflage geraten. Deshalb gilt unser dringender Rat an jeden Fachhändler, die vom Staat angebotenen, günstigen Liquiditätshilfen zu nutzen“, so Dr. Karsten Niehus.

Helge Neumann / 15.04.2020 - 14:07 Uhr

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