Schuhhandel

Günter Althaus: „Der Handel braucht eine neue Strategie“

Günter Althaus (Foto: Evolve Management Consult)
Günter Althaus (Foto: Evolve Management Consult)

Die Corona-Krise ist zwar noch nicht überwunden, die dramatischen Tage des Shutdowns liegen jedoch hinter dem Schuhhandel. Günter Althaus empfiehlt den Unternehmern, rechtzeitig eine strategische Positionsbestimmung vorzunehmen. 

Schritt für Schritt findet sich der Schuhhandel in der „neuen Normalität“ zurecht. „In einer Krise schalten wir alle auf unser ’Notprogramm’ um: Augen zu und durch. Wir tun, was getan werden muss. Durchhalten lautet die Parole. Jetzt lichten sich so langsam die Nebel. Durchatmen ist angesagt, aber: Vor lauter Dringlichem wird leicht das Wichtige vergessen. Nämlich wo stehen wir und wo wollen wir hin? Oder kurz: Wir brauchen eine neue Strategie“, sagt Günter Althaus. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der ANWR betreibt heute gemeinsam mit Wolfgang Pachali die Unternehmensberatung Evolve Management Consult. Aktuell, so Pachali, sei ein „schonungsloser Kassensturz“ gefordert. „Wie groß ist der Schaden tatsächlich? Der kurzfristige, der nachhaltige? Die staatliche Unterstützung in der Corona-Krise hat einen eklatanten Konstruktionsfehler: existenzbedrohende Liquiditätsengpässe und Verluste sollen durch Kredite finanziert werden. Die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet: woher können die Erträge der Zukunft kommen, mit denen die aufgenommenen Kredite zurückgezahlt werden?“ Diese und weitere Fragen sollten zügig beantwortet werden, ergänzt Günter Althaus, denn schließlich ergebe sich aus der Beantwortung der notwendige Handlungsbedarf, der von einer Umfinanzierung bis zum Insolvenzantrag reichen könne.

Günter Althaus: „Geschäftsmodell überprüfen“

Dabei wirke sich die hohe emotionale Beteiligung zahlreicher Unternehmer teilweise negativ aus, weiß Wolfgang Pachali. „Diese Eigentümer glauben Fehler gemacht zu haben und fühlen sich für diese vermeintlichen Fehler verantwortlich. Die Corona-Krise hat aber gezeigt: auch kerngesunde Unternehmen können eine von außen hereinbrechender Krise nicht überleben. Wir sprechen von ’schuldlos Schuld’, da niemand etwas gegen die behördliche Schließung unternehmen konnte. Wer sich mit der Schuld beschäftigt, blockiert sich selbst. Es fällt ihm schwer ’los-zu-lassen’ und den Blick nach vorne zu wenden.“ Gerade dieser offene Blick nach vorne sei aber jetzt zwingend notwendig, so Günter Althaus: „Die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells muss überprüft werden.“ Evolve Management Consult nutze zur Positionsbestimmung und der Ermittlung des Handlungsbedarfs zwei speziell dafür entwickelte Audits. Diese qualitativen Betrachtungen würden zudem mit Prognoserechnungen zum Beispiel zu Abschreibungsbedarf oder Eigenkapitalentwicklung untermauert. „So verschaffen wir dem Unternehmer eine solide Grundlage für anstehende Entscheidungen. “

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Helge Neumann / 30.06.2020 - 12:33 Uhr

Weitere Nachrichten