Nothilfeprogramm der Bundesregierung

Handel fordert staatliche Unterstützung für die Modebranche

Josef Sanktjohanser
Josef Sanktjohanser

HDE-Präsident Josef Sanktjohanser appelliert an die Bundesregierung, Händler mit einem hohem Umsatzausfall in diesem November in das staatliche Nothilfeprogramm aufzunehmen.

„Ohne staatliche Nothilfen werden viele mittelständische Innenstadthändler diesen zweiten faktischen Lockdown wirtschaftlich nicht überleben. Das reißt in der Folge ganze Stadtzentren mit in den Abgrund“, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Denn obwohl der Einzelhandel weiterhin öffnen darf, seien die Unternehmen vielerorts in einer schwierigen Lage. Nach Einschätzung des HDE wird das zur Eindämmung der Pandemie notwendige Herunterfahren des öffentlichen Lebens dafür sorgen, dass nur wenige Kunden den Weg in die Stadtzentren zum Einkaufen finden. Ohne Kunden drohe dem innerstädtischen Handel eine einem Lockdown mit Geschäftsschließungen ähnliche Situation. Mietkosten laufen weiter, während die Umsätze fehlen.

„Viele Händler befinden sich durch die Coronakrise in einer unverschuldeten Notlage. Deshalb muss die Bundesregierung auch Handelsunternehmen mit einem Umsatzausfall von 70% oder mehr in ihr Unterstützungsprogramm aufnehmen“, so Sanktjohanser weiter. Eigene finanzielle Rücklagen und Reserven seien insbesondere im Bekleidungshandel bereits für die Bewältigung des ersten Lockdowns aufgebraucht worden. In den ersten acht Monaten des Jahres verlor der Bekleidungseinzelhandel ein Drittel seiner Umsätze unwiederbringlich. Allein in März und April fehlten der Branche nahezu 80% der gewohnten Einnahmen. Sanktjohanser: „Es ist die Existenz eines großen Teils der Kernbranchen unserer Innenstädte, wie Händler mit Mode und Textilien, Sport- und Schuhgeschäfte sowie Kauf- und Warenhäuser, die hier auf dem Spiel steht. Umsatzausfälle in dieser Höhe sind ohne Hilfe nicht zu kompensieren. Hier stehen Existenzen und Arbeitsplätze auf dem Spiel.“

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Helge Neumann / 30.10.2020 - 08:46 Uhr

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