Corona-Krise

Handel in Gütersloh hofft auf Ende des Shutdowns

Nach einem massiven Corona-Ausbruch wurde für die Landkreise Gütersloh und Warendorf ein erneuter Shutdown beschlossen. Wie geht der Handel mit der dramatischen Lage um?

„Die Situation hier in Gütersloh ist einfach fürchterlich. Wir haben die meisten Filialen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Und leider mussten wir seit dem Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs bei Tönnies einen massiven Umsatzeinbruch in Höhe von 50 bis 90% verbuchen“, sagt Anne Vospeter, Geschäftsführerin der Schuhhaus Potthoff GmbH. Die Bevölkerung habe Angst, sei sauer und die Kauflust liege am Boden. „Es wird angeraten, den Kreis nicht mehr zu verlassen, der langersehnte Urlaub wird storniert und es herrscht eine Stigmatisierung im gesamten europäischen Bereich und – was das Schlimmste ist – auch in großen Teilen von Deutschland“, so Vospeter weiter. „Die Situation ist extrem anspruchsvoll und unberechenbar.“  

Am 29. Juni will die NRW-Landesregierung entscheiden, ob der Shutdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, der zunächst bis zum 30. Juni befristet war, verlängert wird. Der Kreis Gütersloh ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) der einzige Kreis in ganz Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Laut den jüngsten RKI-Daten ging die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz auf 112,6 zurück, nachdem sie am Sonntag noch bei 132,9 und am Samstag bei 164,2 gelegen hatte.
Im Kreis Warendorf war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die wichtige Marke von 50 gefallen. Nach Daten von Montag liegt der Wert aktuell bei 22,0 Fällen.

 
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Helge Neumann / 29.06.2020 - 09:52 Uhr

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