Statistisches Bundesamt

Handel zahlt besonders häufig Niedriglöhne

Das Statistische Bundesamt hat sich den Niedriglohnsektor angeschaut. (Foto: Destatis)
Das Statistische Bundesamt hat sich den Niedriglohnsektor angeschaut. (Foto: Destatis)

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat untersucht, wie hoch der Anteil von Beschäftigten im Niedriglohnsektor ist. Besonders hoch sind die Zahlen in Handel und Gastgewerbe.

Für das Jahr 2018 waren rund acht Millionen Jobs unterhalb der Niedriglohnschwelle gemeldet. Mit 1,5 Mio. wurden die meisten Niedriglohnjobs im Handel gemeldet, im Gastgewerbe waren es 1,2 Mio.. Damit lagen gut zwei Drittel (67%) aller Beschäftigungsverhältnisse im Gastgewerbe im Niedriglohnbereich, mehr als in jeder anderen Branche. Zum Vergleich: Im Handel lag der Niedriglohnanteil bei 29%, am zweithöchsten war der Anteil in der rund 310 000 Beschäftigte zählenden Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft mit 54%. 

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft stark unterdurchschnittlich war der Anteil der Niedriglohnbeschäftigung in den Bereichen Öffentliche Verwaltung (3%), Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (6 %), Erziehung und Unterricht (7%), Verarbeitendes Gewerbe (10 %) und in den Bereichen Baugewerbe, Wasserversorgung/Abwasser sowie Information und Kommunikation (jeweils 11%). 

Höchste Bruttostundenverdienste im Bereich Energieversorgung

Die höchsten Bruttostundenverdienste (Median) wurden in der Energieversorgung (27,18 Euro), den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (24,11 Euro) sowie im Bereich Information und Kommunikation (23,74 Euro) gezahlt. Im Gegensatz dazu entlohnte das Gastgewerbe lediglich mit 10,00 Euro brutto je Stunde und die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft mit 10,74 Euro. 

Methodische Hinweise:

Dies sind Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung 2018, bei der alle vier Jahre mit einer geschichteten Stichprobe von 60 000 Betrieben Angaben zu Verdiensten und Arbeitszeiten der abhängig Beschäftigten erhoben werden. Berichtsmonat der Erhebung ist der April, da dieser als Kalendermonat mit der höchsten Repräsentativität bezogen auf die Verdienststruktur über alle Wirtschaftsabschnitte hinweg angesehen wird.

Zum Niedriglohnbereich zählen alle Beschäftigungsverhältnisse, die mit weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes (also brutto 11,05 Euro je Stunde im April 2018) entlohnt werden. Auszubildende werden bei dieser Analyse ausgeschlossen.

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Laura Klesper / 22.10.2020 - 13:52 Uhr

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