Nicht alle Branchen gleichermaßen betroffen

HDE: 60% der Händler fürchten um das Weihnachtsgeschäft

Es werden laut HDE auch 2020 viele Weihnachtsgeschenke gekauft – aber weniger stationär als online. (Foto: Svetikd/Sensormatic Solutions)
Es werden laut HDE auch 2020 viele Weihnachtsgeschenke gekauft – aber weniger stationär als online. (Foto: Svetikd/Sensormatic Solutions)

Laut einer Trend-Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 550 Unternehmen geht mehr als die Hälfte der Befragten von sinkenden Umsätzen im Dezember aus.

„Die Aussichten für das Weihnachtsgeschäft sind in diesem Corona-Jahr vor allem für viele innerstädtische Händler und dort insbesondere die Modehäuser beunruhigend schlecht. Am Ende könnten ganze Stadtzentren verloren gehen“, erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Laut der aktuellen HDE-Umfrage sehen 38%der Einzelhandelsunternehmen insgesamt und 45% der Innenstadthändler ihre unternehmerische Existenz aufgrund der Coronakrise bedroht. 52% der befragten Unternehmen erwarten nach der Entscheidung zur Verlängerung des Teillockdowns in den Dezember hinein deutliche Umsatz- und Frequenzverluste. 62% der befragten Händler blicken daher pessimistisch auf den weiteren Verlauf des Weihnachtsgeschäftes. „November und Dezember sind für viele Händler normalerweise die umsatzstärksten Monate des Jahres. Wenn diese Umsätze jetzt ausfallen, geraten viele Geschäfte in Schieflage“, so Genth weiter.

Während sich Modehändler vielfach sehr schwer tun, läuft laut HDE das Geschäft mit Haushaltswaren, Heimwerkerbedarf, Einrichtungsgegenständen und Lebensmitteln für viele Händler zufriedenstellend bis sehr gut. Auch der Online-Handel profitiere und werde seine Umsätze in November und Dezember im Vergleich zum Vorjahr wohl um ein Drittel steigern können, so der Verband.

In der Woche vor dem ersten Advent verkauften sich insbesondere weihnachtliche Dekorationsartikel und Adventskalender gut. Insgesamt prognostiziert der HDE für die Monate November und Dezember ein Umsatzplus von 1,2% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das entspricht knapp 104 Mrd. Euro. „Die Menschen kaufen auch in der Corona-Krise viele Weihnachtsgeschenke, sie kaufen sie aber öfter online als sonst“, so Genth. Der HDE fordere daher unter anderem einen Innenstadtfonds, um die Stadtzentren attraktiv zu gestalten und einen Digitalisierungsfonds, um den ohne eigene Schuld in Not geratenen mittelständischen Händlern zu helfen, in ihre Zukunft zu investieren.

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Petra Steinke / 30.11.2020 - 08:50 Uhr

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