Runder Tisch zur Lage der Innenstädte

HDE fordert Hilfe für den innerstädtischen Handel

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. (Foto: Bundeswirtschaftsministerium)
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. (Foto: Bundeswirtschaftsministerium)

Beim Runden Tisch im Bundeswirtschaftsministerium betonte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, dass innerstädtische Händler auch im Bereich Digitalisierung auf Unterstützung angewiesen seien. 

„Der Einzelhandel als Kernbranche vitaler Innenstädte steht in Folge der Corona-Krise insbesondere im Bekleidungsbereich in vielen Fällen vor der Insolvenz. Am Ende der Krise könnten bis zu 50.000 Geschäfte vom Markt verschwunden sein. Das hat Auswirkungen auf ganze Innenstädte.“ Gemäß dieser von HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth beim Runden Tisch betonten Position setzt sich der Handelsverband für eine Verlängerung der Überbrückungshilfen des Bundes ein. Diese Gelder könnten auch vielen mittelständischen Innenstadthändlern helfen.

Gleichzeitig regt der HDE aber Unterstützung bei der Digitalisierung der mittelständischen Händler an: „Die aktuelle Krise führt dazu, dass das Eigenkapital der Handelsunternehmen aufgebraucht ist. Und doch müssen gerade die mittelständischen Händler sich für die Zukunft rüsten. Damit der Mittelstand in unseren Innenstädten in dieser Krise nicht unverschuldet den Anschluss verliert, braucht es ein staatliches Förderprogramm. Ansonsten drohen verödete Stadtzentren“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.


Digitalisierungsfonds und -coaches
 

Der HDE schlägt einen Digitalisierungsfonds vor. In einem ersten Schritt sollte dabei das schon bestehende Kompetenzzentrum Handel 4.0 genutzt werden, um die Händler über die Möglichkeiten der Digitalisierung aufzuklären. Schon heute leiste dieses Kompetenzzentrum unter dem Dach des Bundeswirtschaftsministeriums und der Konsortialführerschaft des Handelsverbandes mit Veranstaltungen, Webinaren und einem Digital-Mobil einen großen Beitrag.
In einem zweiten Schritt sollen dann bei interessierten Unternehmen geeignete Maßnahmen identifiziert werden. Dabei können laut dem HDE Digitalisierungscoaches – wie sie in NRW bereits in die Praxis umgesetzt wurden – helfen. Die Unternehmen, die eine oder mehrere der von den Coaches empfohlenen Maßnahmen umsetzen möchten, sollten dafür entsprechende finanzielle Förderungen bekommen. Auch hier gebe es in NRW bereits ein Projekt mit Vorbildwirkung.
Insgesamt wäre laut dem HDE für diese Fördermaßnahmen zunächst ein Budget von rund 100 Mio. Euro notwendig. „Es geht hier nicht um Subventionen. Es geht darum, Unternehmen zu helfen, die durch die Corona-Krise unverschuldet in Not geraten sind und nun keine finanziellen Mittel mehr haben, um in ihre Zukunft zu investieren“, so Stefan Genth.

 
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Petra Steinke / 20.10.2020 - 16:48 Uhr

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