Erneute Schließung des Non-Food-Handels

HDE: Weihnachtsgeschäft ein „Totalausfall“

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth (Foto: HDE)
HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth (Foto: HDE)

Die erneute Schließung des Non-Food-Handels bringt mehr als die Hälfte der Innenstadthändler in Existenzgefahr. Das geht aus einer Trendumfrage des (HDE) hervor. Der Handelsverband fordert umfassende Hilfen für die Unternehmen.

„Der Einzelhandel hat in den letzten Monaten mit seinen Hygienekonzepten einen großen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geleistet. Wenn jetzt Geschäftsschließungen als notwendig angesehen werden, darf die Bundesregierung die Branche nicht im Regen stehen lassen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die bisher vorgesehenen Gelder reichen bei weitem nicht aus, um eine Pleitewelle in den Innenstädten zu verhindern. Der betroffene Nonfood-Handel wird nach HDE-Einschätzung bei einem bundesweiten Lockdown ab Mittwoch in einem Bereich von Minus 60% für den Monat Dezember landen. Im Vorjahresvergleich würden so zwölf Milliarden Euro Umsatz für die Händler verloren gehen. Der Lockdown treffe knapp 200.000 Handelsunternehmen, 99% seien kleine und mittelständische Unternehmen. Der Innenstadteinzelhandel stehe für bis zu 600.000 Beschäftigte, von denen durch den Lockdown bis zu 250.000 Jobs verloren gehen könnten.

„Dass viele Händler jetzt mitten im Weihnachtsgeschäft, der umsatzstärksten Zeit des Jahres, zusperren müssen, trifft die Branche und die Innenstädte hart. Das werden viele Unternehmen ohne entsprechende Staatshilfen nicht überstehen“, so Genth. Der HDE fordert deshalb für den Dezember eine Gleichbehandlung mit der Gastronomie und die Aufnahme der Branche in die Dezemberhilfen. Ab Januar müsse dann eine neue Form der Finanzhilfe gefunden werden. Die Überbrückungshilfen alleine reichten nicht aus, um die betroffenen Handelsunternehmen zu retten.

„Natürlich geht es jetzt um die Gesundheit aller. Es geht beim Einzelhandel aber auch um unsere Innenstädte als Ganzes. Wenn wir mit dem Handel die Kernbranche unserer Stadtzentren weitgehend in die Insolvenz zwingen, ist das nach der Krise nicht einfach wieder zu beheben. Deshalb muss die Politik jetzt mit einem starken Hilfsprogramm dafür sorgen, dass es nicht zu einer nicht mehr wieder gut zu machenden Pleitewelle kommt“, so Genth.
 

„Weihnachtsgeschäft verloren“
 

Eine Befragung von 500 Unternehmen hat laut HDE ergeben, dass bereits die Woche vor dem dritten Advent vielen Einzelhändlern deutliche Umsatzverluste im Vergleich zum Vorjahr brachte: „Umsätze und Kundenzahl erreichten auch in den letzten Tagen bei weitem nicht das Niveau des Vorjahres. Das Weihnachtsgeschäft 2020 ist für die meisten Innenstadthändler verloren“, so HDE- Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Laut HDE-Umfrage lag das durchschnittliche Umsatzminus in den Innenstädten bei fast 20%, der Kundenfrequenzrückgang bei fast 30%. Angesichts des drohenden Lockdowns habe die Mehrheit der befragten Einzelhandelsunternehmen das Weihnachtsgeschäft weitgehend abgeschrieben. 70% der Händler insgesamt und fast 90% der Innenstadthändler blickten mit negativen Erwartungen auf den weiteren Verlauf des Weihnachtsgeschäfts.

Nicht alle Teil-Branchen des Einzelhandels sind indes laut HDE gleichermaßen hart betroffen: So sei es insbesondere bei Spielwaren, Büchern, Unterhaltungselektronik und Haushaltswaren in den letzten Tagen „ganz gut“ gelaufen. Der Lebensmittelhandel verzeichne deutliche Zuwächse und der Online-Handel boome.

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Petra Steinke / 13.12.2020 - 10:29 Uhr

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