Nach der ILM-Absage

HDS/L veröffentlicht offenen Brief

Nach der ILM-Absage fordert der HDS/L von der Politik eine finanzielle Entschädugung der Industrie. (Foto: Messe Offenbach)
Nach der ILM-Absage fordert der HDS/L von der Politik eine finanzielle Entschädugung der Industrie. (Foto: Messe Offenbach)

Der HDS/L hat sich mit einem offenen Brief an politische Vertreter gewandt. Darin weist er auf die Schäden der ILM-Absage für alle Beteiligten hin und fordert eine Entschädigung.

In den Schreiben an die Stadt Offenbach sowie an die hessischen Ministerien für Wirtschaft und Soziales hebt der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) die wirtschaftliche Bedeutung der ILM hervor. Der Schaden für die Messegesellschaft, die Industrie bzw. Ausstellern, Fachhandel bzw. Messebesucher sowie die örtliche Hotelbranche, Gastronomie und Taxibetriebe sei „immens“. Es werde geschätzt, „dass die ILM der kommunalen Wirtschaft rund 10 Mio. Euro Einnahmen pro Jahr generiert. Wie Sie bestimmt wissen, ist der Messe durch das Verbot ein erheblicher Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden.“ 

Die ILM sei als Startpunkt für die Branche nach dem Lockdown gedacht gewesen. „Wir sehen die Gefahr, dass nachdem im März der Messe schon viele Besucher aufgrund der sich anbahnenden ersten Coronawelle ferngeblieben sind und nun aufgrund des Messeverbots im September sich die Besucher andere Order- und Informationsmöglichkeiten suchen müssen und dadurch der Messestandort Offenbach nachhaltig geschwächt wird.“

Der HDS/L verweist auf die Erfahrungen mit Messen an anderen Orten. „Vom 30. August bis 1. September 2020 hat die Gallery Shoes in Düsseldorf mit 300 Ausstellern und 550 Brands stattgefunden. Das dortige Sicherheitskonzept zeigt, dass Messen trotz schwieriger Umstände erfolgreich durchgeführt werden können.“ Der Verband kann nicht zudem nicht nachvollziehen, „dass im Landkreis Offenbach in Mainhausen fast zeitgleich vom 8. bis 10. September die ANWR Order Spring 2021 stattfinden kann“. Er sei sich sicher, dass das Hygienekonzept der Messe Offenbach für die ILM als Fachmesse ohne öffentliches Publikum die Sicherheit der Fachbesucher und des Standpersonals gewährleistet hätte.

 

HDS/L fordert Entschädigung und Planungssicherheit

 

Vor diesem Hintergrund fordert der HDS/L, „dass die durch die Messeabsage finanziellen Belastungen der Aussteller, die ohnehin extrem durch die Folgen der Corona-Pandemie belastet sind, von Ihnen entschädigt werden“. Die Lederwarenindustrie habe zudem die Talsohle noch nicht durchschritten.

Abschließend richtet der HDS/L den Blick ins kommende Jahr. „Die Gestattung der Durchführung ILM wurde aufgrund des hervorragenden Hygienekonzepts der Messe Offenbach erteilt. Die Branche benötigt Planbarkeit und Verlässlichkeit von gegebenen Zusagen. Dies ist wichtig für die Zukunft des Messestandorts Offenbach, damit die ILM im März 2021 stattfinden kann.“
 

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Tobias Kurtz / 07.09.2020 - 09:36 Uhr

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