Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie

HDS/L zur ZDF-Reportage: Aufklären statt verunsichern!

Hauptgeschäftsführer HDS/L Manfred Junkert (Foto: HDS/L)
Hauptgeschäftsführer HDS/L Manfred Junkert (Foto: HDS/L)

Nachdem am vergangenen Dienstag im ZDF eine Reportage über internationale Tiertransporte mit teils verstörenden Bildern gezeigt wurde, bezieht der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie Stellung. Demnach wurde in dem Beitrag nicht alles korrekt bzw. im richtigen Zusammenhang dargestellt. 

Der HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert erklärt auf schuhkurier-Nachfrage: „In der ZDF Berichterstattung (vom 18. Februar, Anm. d. Red.) stand das Thema Tiertransporte im Vordergrund. Transporte, die gegen geltendes Recht verstoßen, und Tierquälerei werden auch von uns aufs Schärfste verurteilt. Dass die in der Sendung dokumentierten Transporte und Schlachtungen aber vor allem religiöse Hintergründe haben, wurde in dem Bericht gar nicht oder nur rudimentär angesprochen. Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass Lebendexporte in Deutschland ohnehin kaum eine Rolle spielen, da diese aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn machen.“

Leder und Häute stellen, so Junkert weiter, ein Koppelprodukt bei der Schlachtung dar. „Ein Tier wird nicht wegen seiner Haut gezüchtet, der Fleischgewinn stellt den Hauptgrund dar. Der Ledersektor ist daher nicht, wie in der Sendung behauptet, eine ’hochprofitable Industrie‘ und erreicht bei weitem nicht die Bedeutung der Nahrungsmittelindustrie“, so Junkert.

In dem Beitrag wird erwähnt, dass die Türkei bzw. der türkische Ledersektor eine immense Bedeutung für den deutschen Markt habe. Hierzu erklärt Manfred Junkert für den HDS/L: „In 2018 war die Türkei siebtwichtigster Produzent von Schuhen weltweit mit einer Produktionsmenge von 447 Mio. Paar. Aber der Anteil der aus der Türkei importierten Schuhe mit Lederoberteil an allen nach Deutschland eingeführten Lederschuhen betrug 2018 nur 0,8%.“

Der Branchenexperte betont weiter: „Die namhaften deutschen Markenschuhhersteller setzen alles daran, qualitativ hochwertige Schuhe herzustellen. Sie arbeiten nach sehr strengen Richtlinien und engagieren sich seit Jahrzehnten für eine nachhaltige und schadstofffreie Produktion im In- und Ausland. Sie stehen mit ihrer Marke und Reputation dafür, dass die in einem Code of Conduct festgelegten Standards nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern in sämtlichen Produktionsstätten weltweit eingehalten werden.“

Die Sendung „37 Grad“ vom 18. Februar können Sie in der ZDF Mediathek ansehen. Sie thematisiert vor allem Lebendtransporte von Tieren (Rindern und Schafen) zwischen den Kontinenten. Die Tiere werden dabei laut den Autoren der Sendung teils unter grausamen Bedingungen verschifft, um am Ankunftsort geschlachtet zu werden – vielfach ohne Betäubung. In der Sendung wird ein Bezug zur Schuh- und Lederwarenindustrie hergestellt und darauf verwiesen, dass ein Konsument beim Kauf eines Schuhs nicht weiß, woher das dafür verwendete Leder stamme. Dabei wird auch suggeriert, dass die Tiere wegen ihrer Haut getötet werden. 

       
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Petra Steinke / 20.02.2020 - 14:24 Uhr

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