„Vollständig zirkulär und klimapositiv werden“

H&M will alte Kleidungsstücke in neue verwandeln

„Looop“ bei H&M in Stockholm (Foto: H&M)
„Looop“ bei H&M in Stockholm (Foto: H&M)

Schwedische Kunden von H&M haben ab sofort die Möglichkeit, aussortierte Kleidungsstücke mit Hilfe des Recycling-Systems „Looop“ in neue zu verwandeln. Man setze sich dafür ein, den Kreislauf der Mode zu schließen, teilt der Modefilialist mit.

 

Die „Looop“-Maschine ist seit dem 12. Oktober im H&M-Store in der Stockholmer Trottninggatan erlebbar. Es sei das erste Mal, dass das Recycling-System für Kleidungsstücke bei einem Modeanbieter im Geschäft ausgestellt wird, teilt H&M mit. Mit Hilfe der Maschine, die die Größe eines Containers hat, sollen alte Kleidungsstücke in neue verwandelt werden. Ziel sei es, vollständig zirkulär und klimapositiv zu werden.

Looop nutzt eine Technik, die alte Kleidungsstücke zerlegt und wieder zu neuen Kleidungsstücken zusammensetzt. Die Kleidung wird zunächst gereinigt, zu Fasern geschreddert und zu einem neuen Garn gesponnen, woraus dann neue Modestücke gestrickt werden können. Allerdings müssen einige neue Materialien aus nachhaltigen Quellen hinzugefügt werden, deren Anteil man aber, so H&M, so gering wie möglich halte. Das System nutze weder Wasser noch Chemikalien, was eine deutlich geringere Umweltbelastung zur Folge habe als die herkömmliche Herstellung neuer Kleidungsstücke.

Man wolle den Wandel zu einer nachhaltigen Modeindustrie anführen, teilt H&M mit. Für 100 Schwedische Kronen (knapp 10 Euro) können Mitglieder des Treueprogramms „H&M Member“ mit Hilfe von Looop ihre alten Textilien in neue Kleidungsstücke verwandeln. Für Nicht-Mitglieder liege der Betrag bei 150 schwedischen Kronen (rund 14 Euro). Alle Einnahmen von Looop sollen in Projekte fließen, die sich auf Materialforschung spezialisieren. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, dass bis 2030 alle unsere verwendeten Materialien im Sortiment entweder recycelt oder nachhaltiger bezogen werden“, teilt der schwedische Konzern mit. Im Jahr 2019 habe der Anteil bei 57% gelegen.

Looop wurde von der gemeinnützigen H&M-Foundation gemeinsam mit dem The Hongkong Research Institute of Textiles and Apparel sowie der in Hongkong ansässigen Garnspinnerei Novetex Textiles entwickelt.

   
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Petra Steinke / 13.10.2020 - 12:33 Uhr

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