Italienischer Schuhhersteller

Imac: „Wir schauen mit Zuversicht auf die Zukunft“

Gabriele Ferretti,
Sales Director  of IMAC S.p.A. (Foto: IMAC)
Gabriele Ferretti, Sales Director of IMAC S.p.A. (Foto: IMAC)

Der italienische Schuhanbieter Imac S.p.A. (Marken Primigi, Igi & Co., Enval Soft) ist von der Corona-Pandemie getroffen. Trotzdem will man nicht aufgeben – im Gegenteil. Ein Gespräch mit Vertriebsleiter Gabriele Ferretti. 

schuhkurier: Herr Ferretti, wie stellt sich die Situation derzeit in Italien dar?

Gabriele Ferretti: Obwohl der Covid-19-Notfall heute in ganz Europa auf der Tagesordnung steht, hätte sich Ende Februar, als in der Lombardei die ersten Ansteckungen aufgetreten sind, keiner von uns vorstellen können, mit welchem ​​Ausmaß und mit welcher Gewalt das Virus Italien in Kürze treffen würde. Dass es eine solche gesundheitliche Krise mit allen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen auf das gesamte System des Landes verursacht, das hätte man nicht für möglich gehalten. Die Regierung hat die Situation sofort in Angriff genommen, alle erforderlichen Maßnahmen zur Bewältigung des Notfalls ergriffen und die Bürger von der Notwendigkeit überzeugt, alle Beschränkungen zur Eindämmung der Ansteckung zu beachten und einzuhalten: von der sozialen Distanzierung bis zur vollständigen Einstellung von Herstellungs- und Vermarktungstätigkeiten. Die italienische Bevölkerung hat geschlossen auf die Krise reagiert, indem sie nicht nur die gegebenen Anweisungen einhalten, sondern vor allem durch eine aktive Unterstützung der Regierungsaktivitäten. Man denke nur an die große Anzahl von Unternehmen, die in Rekordzeit auf die Herstellung wesentlicher Gesundheitsgeräte umgestellt wurden, aber auch an das außergewöhnliche Engagement vieler Privatpersonen, um den Notfall wirksamer zu bekämpfen. Dank dem verhängten vollständigen Lockdown begrenzen wir den Schaden und wir registrieren endlich Anzeichen einer Besserung.


Was bedeutet die Corona-Pandemie konkret für Ihr Unternehmen?

Die verordnete Schließung aller nicht systemrelevanten Unternehmen, also auch der Modeindustrie, hat uns viele Schwierigkeiten bereitet: Die interne Produktion steht noch still, während die anderen Abteilungen auch in diesem Zeitraum weiterhin, so gut wie möglich, maximale Kundenunterstützung garantieren, also auch für die deutsche Kundschaft – natürlich aus dem Home Office. Unsere Logistik hingegen war und ist weiterhin voll funktionsfähig.

 

Was steht bei Ihnen derzeit oben auf der Tagesordnung?

Wie jedes Jahr konzentrieren wir uns nun auf die neue F/S 21-Kollektion, die wir in einigen Monaten auf den Markt bringen werden, aber wir nutzen diesen ungewöhnlichen Moment des Stopps auch, um neue Strategien zu entwickeln, die uns eine unkomplizierte, schnelle und effektive Erholung erlauben. Wir sind davon überzeugt, dass ein Unternehmen seine Führungsqualitäten gerade in schwierigen Momenten wie diesem unter Beweis stellt. Wir haben das Glück, eine solide und strukturierte Gruppe zu sein, und im Gegensatz zu vielen unserer Wettbewerber haben wir uns zum Ziel gesetzt, auch in einem solch schwierigen Moment mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen und weiterhin unseren Kunden und den Verbrauchern zur Seite zu stehen. Wir sind überzeugt, dass auch sie das gleiche tun werden. Es ist schwierig abzusehen, wie lange die Epidemie dauern wird: Es wird lange Zeit benötigen und es wird sicherlich unser Verhalten für immer verändern. Technisch gesehen wird Italien bald in die sogenannte zweite Phase des Notzustands eintreten, die der Vorläufer für eine Rückkehr zur Normalität sein sollte. Aber es wird ein schrittweiser Prozess sein, der viele Monate andauern wird.

 
Petra Steinke / 20.04.2020 - 12:13 Uhr

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