Schuhindustrie

Italien: „Die Lage ist ernst“

Siro Badon, Vorsitzender von Assocalzaturifici (Foto: Micam)
Siro Badon, Vorsitzender von Assocalzaturifici (Foto: Micam)

Italien ist besonders vom Coronavirus betroffen. Das öffentliche Leben ruht, viele Menschen sind bereits gestorben. Fragen an Siro Badon, Vorsitzender des Verbands der Schuhindustrie in Italien.

Wie wirkt sich der „Lockdown“ auf die italienische Schuhindustrie aus?

Es ist eine schwierige Zeit, aber die Unternehmen arbeiten in der Produktion geregelt weiter. Auch die Auslieferung läuft. Glücklicherweise konnte die Micam im Februar stattfinden, so dass die Hersteller Aufträge erhalten haben. Das federt die wirtschaftlichen Folgen der Krise zumindest ein wenig ab. Darüber hinaus wurden alle Unternehmensbereiche, die für die Produktion nicht relevant sind, gemäß den Vorgaben der Regierung in Rom geschlossen. Oberstes Ziel ist es, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen.

Wie ist die Stimmung unter Ihren Mitgliedern?

Wir stehen vor großen Herausforderungen. Wichtig ist jedoch, dass die Produktion nicht eingestellt werden musste – das hat sich als ein regelrechter Motivationsschub für unsere Branche erwiesen. Uns bleibt nun nichts anderes übrig, als das Ende dieser Notlage abzuwarten, bis sich alle wieder frei bewegen können.

Welche Unterstützung erwarten Sie von der Regierung?

Wir benötigen ein umfangreiches Unterstützungspaket, das von unkomplizierten Liquiditätshilfen bis zur Stundung von Steuerzahlungen reichen sollte. Allerdings fällt es in einer Situation wie dieser schwer, umfangreiche und bis ins Detail durchgeplante Maßnahmen zu fordern. Italien zeigt vielmehr eine enorme Widerstandskraft und große Solidarität. Wir werden diese dunklen Tage überstehen und schon bald wieder gemeinsam erfolgreich sein!

Was erhoffen Sie sich von den Handelspartnern in Deutschland?

Die Antwort ist ganz einfach: Wir hoffen, dass der deutsche Schuhhandel die Aufträge bei italienischen Lieferanten nicht storniert, sondern an ihnen festhält. Der deutsche Markt ist für unsere Unternehmen von großer Bedeutung. Die enge Beziehung zwischen unseren beiden Ländern sollte auch in Zukunft bestehen bleiben. 

Helge Neumann / 16.03.2020 - 15:06 Uhr

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