Micam

Italien: Schuhexporte nach Deutschland sinken deutlich

Siro Badon, Vorsitzender von Assocalzaturifici (Foto: Micam)
Siro Badon, Vorsitzender von Assocalzaturifici (Foto: Micam)

Zum Auftakt der Micam in Mailand zog der Verband der italienischen Schuhindustrie (Assocalzaturifici) eine Bilanz für das Jahr 2019. Demnach gingen die Exporte nach Deutschland zurück.

Siro Badon, Vorsitzender von Assocalzaturifici, zeichnete in Mailand für die zurückliegenden Monate ein zweigeteiltes Bild der italienischen Schuhbranche. So seien  zwar die Schuhexporte wertmäßig insgesamt um 6,8% gestiegen, die Menge der ausgeführten Schuhe ging zugleich jedoch um 3,1% zurück. Der Anstieg der Exporte sei maßgeblich auf die Luxusschuhhersteller zurückzuführen, erklärte Badon. Dies werde an den deutlich gestiegenen Ausfuhren in die Schweiz ersichtlich, die um 27% zulegten. Zahlreiche Luxusmarken nutzen die Schweiz als Logistikstandort, um Produkte von dort weltweit zu versenden.

Auf weiteren wichtigen Märkten musste die italienische Schuhindustrie jedoch Exportrückgänge verzeichnen. So sanken die Ausfuhren nach Deutschland 2019 um 9,3%. Auch die Exporte nach Russland sanken um rund 15%, im Mittleren Osten lag das Minus bei 9,2%. Dagegen legten die Schuhausfuhren nach Frankreich (+6,4%) und in die USA (+10%) zu.

Mit Blick auf das Jahr 2020 zeigte sich Siro Badon am Rande der Schuhmesse Micam zurückhaltend. „In Italien kämpft weiter mit der Rezession. Hinzu kommt unter anderem die Coronavirus-Krise, deren Auswirkungen aktuell noch gar nicht abzusehen sind. Diese Krise trifft zudem einen der Märkte, auf denen wir in den vergangenen Jahren verlässlich wachsen konnten“, so Siro Badon.

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Helge Neumann / 17.02.2020 - 10:10 Uhr

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