Zahlen des Verbands der Schuhhersteller

Italienische Schuhindustrie blickt auf Katastrophenjahr zurück

Siro Badon, Vorsitzender von Assocalzaturifici (Foto: Micam)
Siro Badon, Vorsitzender von Assocalzaturifici (Foto: Micam)

In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 sank die Schuhproduktion in Italien um 29,4%; der Umsatz ging um 33,1% zurück. Zwar war die Entwicklung im dritten Quartal etwas weniger ungünstig, sie blieb aber „alles andere als positiv“.

Im Auftrag des Verbandes der italienischen Schuhindustrie, Assocalzaturifici, wertete das Confindustria Moda Research Center Zahlen der Branche aus und führte eine Umfrage unter Unternehmen durch. Im Schnitt gaben die befragten Unternehmen dabei einen Umsatzrückgang um 26,6% für das dritte Quartal an. 14% berichteten von Pari oder sogar einer Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, während mehr als die Hälfte einen Rückgang um -20 bis -50% verzeichnete.

„Die kumulierten Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres zeigen einen Sektor, der vom Covid-Notfall schwer getroffen wurde“, erklärt der Assocalzaturifici-Vorsitzende Siro Badon. „Wir sehen einen Rückgang des Inlandsverbrauchs um -17,8 % und internationale Umsatzrückgänge um -20,1%, einhergehend mit einer Verringerung der Industrieproduktion um -29,4% sowie einem Rückgang des Umsatzes unserer Mitgliedsunternehmen um ein Drittel.“ Der Umsatz sei in der gesamten Branche nahezu durchweg zweistellig gesunken, allein in den Hauptmärkten für italienische Produkte um -18,1%.

„Die ersten vorsichtigen Signale für eine Rückkehr zur „Normalität“ der Nachfrage sowohl auf internationaler als auch auf internationaler Ebene könnten durch die zweite Welle der Pandemie sofort vernichtet werden, was schwerwiegende Auswirkungen auf die Widerstandsfähigkeit der Branche hat und zu einer weiteren Verringerung bei Unternehmen und Beschäftigten führt“, so Badon weiter.

Die Zahl der Unternehmen sank um 101 in den ersten neun Monaten des Jahres, die Zahl der Beschäftigten ging um etwa 2.600 zurück. Nimmt man die Zulieferbetriebe für die Schuhindustrie hinzu, ist das Bild noch verheerender: Für 231 Unternehmen und 3453 Beschäftigte kam in 2020 das Aus. Die Nutzung von Lohnunterstützungs-Maßnahmen nahm in der Lederindustrie in den ersten zehn Monaten um 930% zu, allein im Oktober um 1267%. „Wir sind sehr besorgt über die kommenden Monate“, so Badon.

Die Haushaltsausgaben in Italien sanken in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 um 17,8% in Bezug auf die Menge und um 23% in Bezug auf die Ausgaben, wobei die Durchschnittspreise teilweise um -6,3% zurückgingen – unter anderem aufgrund des vermehrten Gebrauchs von Hausschuhen während der Lockdown-Monate.

„Die Wiedereinführung restriktiver Maßnahmen, die Beeinträchtigung des Weihnachtseinkaufs und die verzögerte Erholung der Nachfrage werden schwerwiegende Auswirkungen auf einen Sektor haben“, ist der Assocalzaturifici-Vorsitzende überzeugt. 

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Petra Steinke / 30.12.2020 - 13:46 Uhr

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