Komponenten-Anbieter

Jomo Thermomolding stärkt Standort in Rumänien

Jomo Thermomolding
Jomo Thermomolding

Die Jomo Thermomolding Group Europe ist Anbieter von Einlegesohlen und technischen Fußbettungen. Das Unternehmen will seinen Standort in Rumänien deutlich ausbauen. Dies hat Auswirkungen auf die deutsche Niederlassung in Rieschweiler.  

Angesichts Corona-bedingt verschärfter Marktbedingungen habe man Veränderungen im Geschäftsbereich vornehmen müssen, teilte das Unternehmen mit Sitz in Rieschweiler seinen Kunden vor Kurzem in einem Schreiben mit. Am Standort Deutschland soll der Fokus demnach künftig vor allem auf Vertrieb und Projekte gelegt werden. Damit einher gehen Kosten- und Personalanpassungen bis zum Jahresende.

Der Standort in Timisoara im Westen Rumäniens soll mit weiteren Investitionen zum Technologiezentrum ausgebaut werden. Das Investitionspaket beinhaltet eine Hallenerweiterung, die Aufrüstung des Maschinenparkes und eine Erweiterung des Formenbaus. 

Man sei dabei, die Materialbeschaffung zu optimieren und werde speziell Lieferanten aus Asien stark reduzieren sowie die europäische Lieferkette im Gegenzug ausbauen ausbauen. Ziel seien kürzere Wege und eine schnellere, flexible Materialversorgung. In Rumänien werde zudem das Qualitätsmanagement ausgebaut und die Entwicklungsabteilung vorangetrieben.

Das Produktportfolio wurde um neue Materialien und modische Themen erweitert. So wurden gemäß dem Unternehmen der Komfort- und der Nachhaltigkeitsaspekt stärker in den Mittelpunkt gerückt. Neu sei beispielsweise die Produktgruppe „Natur/Recycling/Vegan“.

Die operative Verantwortung für das Unternehmen liegt in den Händen von Albin Wedenig, der laut Jomo über langjährige internationale Erfahrung in der Schuh- und Komponentenherstellung verfügt. 

 

Interview: Fragen an Albin Wedenig


Was bedeutet es konkret, dass der Standort Deutschland im Hinblick auf Vertriebs- und Projektaktivitäten sowie Kundenbetreuungverstärkt wird? Gibt es Neueinstellungen?

Die Aktivitäten des Vertriebs wie Kundenbetreuung und Projektvorbereitung bleiben in Hinblick auf unsere zentraleuropäische Kundenstruktur in Deutschland. Die Erweiterung des Vertriebes erfolgt aus strategischen Gründen am rumänischen Standort. In Deutschland wird es keine Neueinstellungen geben.

  

Kommt es am Standort Deutschland zu Entlassungen?

Die Covid-Situation und in den ersten Monaten ein daraus resultierender rund 25 %-iger Auftragsrückgang erfordern eine Verlagerung der deutschen Musterabteilung, Teil des Materiallagers sowie administrative Arbeiten in unseren bereits gut aufgestellten Technologie- und Produktionsstandort in Timisoara. Langfristig sind die hohen Kosten in Deutschland für unsere Produktkalkulation nicht tragbar. Bis auf das Vertriebsteam müssen wir leider die verbleibenden Mitarbeiter in Deutschland abbauen. 

 

Wie viele Menschen sind jetzt aktuell am Standort in Deutschland beschäftigt? Wie viele werden es am Jahresende sein?

Es sind aktuell noch 21 Mitarbeiter am Standort in Rieschweiler beschäftigt. Der Abbau erfolgt schrittweise bis März 2021. Die Vertriebsmannschaft mit drei Personen bleibt bestehen.

 

Wie viele Kunden hat Jomo in Deutschland und international?

Wir beliefern namhafte Kunden aus den Schuhsegmenten Sicherheit, Sport, Trekking, Komfort, Herren-/Damen- und Kinderschuhbereich sowie aus der Orthopädie. Ein Großteil unserer über 110 Kunden beliefern wir schon seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1975.

 

Wo sehen Sie im Hinblick auf Corona die größten Herausforderungen für Ihr Unternehmen?

Wir haben mit Beginn der Corona Situation eine Neuausrichtung des gesamten Unternehmens initiiert. Die wichtigsten Bereiche sind neben Kollektionsentwicklung, optimierter Materialbeschaffung und Formenbau der Bereich der Kundenbetreuung und Service rund um das Produkt. Das Unternehmen wird sich wieder klar auf die Kernkompetenz, nämlich die Herstellung von hochqualitativen Einlegesohlen und Fußbettungen, ausrichten.  

 

Mit welcher Entwicklung rechnen Sie in Ihrem Segment für 2021?

Wir sehen einerseits, dass sich der Markt für uns langsam wieder erholt und anderseits eine gesteigerte Nachfrage für hochwertige Produkte „made in Europa“ zu spüren ist.
Vor allen Dingen bequeme, komfortable Schuhe sind gesucht, wo unsere Fußbetten eine wichtige Rolle spielen. Unsere Produktpalette ist breit aufgestellt, von Orthopädie über Sicherheitseinlagen bis hin zu modischen Fußbetten. Auch bei Endverbrauchern kommt mehr und mehr das Bewusstsein auf, sich hochwertige Einlagen und Fußbetten zusätzlich zu kaufen. Da sehen wir auch in Zukunft für Jomo eine sehr große Möglichkeit. Teile dieser Nachfrage zu bedienen.

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Petra Steinke / 27.09.2020 - 16:17 Uhr

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