Studie

Kartenzahlung wird beliebtestes Zahlungsmittel

Laut einer Studie des EHI hat das kartengestützte Bezahlen Münzen und Scheine als beliebtestes Zahlungsmittel im Einzelhandel überholt.

„2018 hatte der Kartenumsatz erstmals knapp den Bargeldumsatz überstiegen, dieser Vorsprung kartengestützter Bezahlsysteme ist im vergangenen Jahr auf vier Prozentpunkte gewachsen“, kommentiert Horst Rüter, Zahlungsexperte beim EHI, die Ergebnisse der diesjährigen Studie. Verstärkt wurde der Trend zur Kartenzahlung durch die Corona-Krise. 

224,6 Mrd. Euro wurden in 2019 mit Kartenzahlung umgesetzt, das sind 15,5 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr.  Mehr als jeder zweite Euro wird per Karte bezahlt. Mit 50,5 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes i. e. S. (445 Mrd. Euro) gewinnt die Kartenzahlung also weiter Anteile gegenüber dem bei Deutschen beliebtem Bargeld. Haupttreiber dieses dynamischen Wachstums war einmal mehr das Girocard-System (ehemals Electronic Cash-System) der Deutschen Kreditwirtschaft, das an den Kassen des Einzelhandels um 3,5 Prozentpunkte (19,9 Mrd. Euro) auf 149,5 Mrd. Euro zulegen konnte. Kreditkarten sind ebenfalls seit drei Jahren im Aufwind. Sie konnten ihren Anteil um 0,7 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent des Umsatzes erhöhen. Das unterschriftbasierte SEPA-Lastschriftverfahren verliert dagegen weiter Anteile.

Wesentlicher Faktor für den Erfolg des Girocard-Systems ist die sehr hohe Akzeptanz kontaktlosen Bezahlens bei Händlern und Verbrauchern. 87,1% der Girocard-Akzeptanzstellen bieten zurzeit Girocard kontaktlos. Ein etwa ebenso hoher Anteil der Terminals unterstützt das kontaktlose Bezahlen. 26,5% der Transaktionen waren im Jahr 2019 kontaktlos, im Dezember lag dieser Wert bereits bei 35,7%. In der Corona-Krise ist er weiter auf rund 45% gestiegen. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass der Kartenanteil am Umsatz schneller ansteigt als zuvor abzusehen war - durch die Corona-bedingte Veränderung des Verbraucherverhaltens bis zum Jahr 2022 auf 58,1%. Schon in 2019 gab es eine klare Tendenz zu sinkenden durchschnittlichen Einkaufsbeträgen. In den letzten zwei Jahren ist er bei Girocard-Zahlungen von 43,76 Euro auf 40,85 Euro gesunken, der Kreditkartenbon sogar von 54,91 Euro auf 41,72 Euro. Dieser Trend dürfte sich seit Corona durch die hohe Akzeptanz von kontaktlosem Bezahlen – auch von Kleinstbeträgen –  noch verstärkt haben.

Auch die Transaktionsanteile haben sich in 2019 verändert. 14,58 Mrd. Barverkäufen stehen nun 5,21 Mrd. und damit 26,1% kartengestützte Zahlungsvorgänge sowie 0,21 Mrd. sonstige unbare Transaktionen (Rechnung/Überweisung, Finanzkäufe, Gutscheintransaktionen etc.) gegenüber. In einem Jahr hat die Barzahlung damit 640 Mio. Transaktionen oder 3,2 Prozentpunkte Anteil eingebüßt – trotzdem sind noch 72,9% aller Transaktionen bar. Girocard gewinnt 3,4 Prozentpunkte (680 Mio. Transaktionen), die Kreditkarte 0,9 Prozentpunkte (180 Mio. Transaktionen).

Während sich der Lebensmittelhandel und Drogeriemarktbetreiber auf dem Höhepunkt der Pandemie-bedingten Krise im März diesen Jahres gegenüber dem Vorjahresmonat über einen zusätzlichen Kartenumsatz von knapp 2,6 Mrd. Euro freuen durften, ist er durch die Schließungen im Nonfood-Handel um ca. 75 Prozent oder 8,2 Mrd. Euro eingebrochen, sodass unter dem Strich auch Netzbetreiber und Acquirer mit erheblichen  Umsatzrückgängen konfrontiert waren.

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Laura Klesper / 25.06.2020 - 12:46 Uhr

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