Kommentar von Helge Neumann

Kommentar: Anspruchsvoll

Helge Neumann (Foto: Redaktion)
Helge Neumann (Foto: Redaktion)

Eine Zauberformel? Fehlanzeige. Einfache Antworten? Gibt es nicht. Der Onlinehandel mit Schuhen ist eine komplexe Materie.

Vor allem dann, wenn man damit auch noch Geld verdienen möchte – und das sollte der Anspruch all jener sein, die online unterwegs sind. Im Rahmen einer Diskussionsrunde, zu der schuhkurier Mitte Dezember acht Experten aus dem Handel nach Düsseldorf eingeladen hatte, wurde sehr deutlich, wie anspruchsvoll E-Commerce ist. Engagiert wurde über Retourenquoten, Kostenfallen und Provisionsgebühren gesprochen. 

Dabei zeigte sich auch, wie unterschiedlich die Herangehensweise sein kann. Während bei den einen Online vor allem zur Unterstützung des stationären Handels dienen und möglichst eine bestimmte Umsatzgröße nicht überschreiten soll, legen sich andere für ihr Engagement im Netz keine Beschränkungen auf. 

Einigkeit herrschte jedoch hinsichtlich des notwendigen Aufwands: ’Mal eben so nebenbei‘ ist Onlinehandel nicht gewinnbringend zu betreiben. Vielmehr lässt sich sogar schnell Geld verbrennen, wenn entscheidende Grundsätze nicht beachtet werden.  

Wer Online richtig machen will, muss viele Stellschrauben permanent im Blick behalten. Was läuft im Netz? Was im Laden? Was kommt zurück? Welche Gebühren fallen an? Und wie schnell kann bei welchen Lieferanten nachbestellt werden? Dies sind nur einige der vielen Fragen, die sich ein Händler rund um die Uhr stellen muss. 

Aber geht es nicht auch noch ohne Onlinehandel? Wenn es nach Alexander Hock geht, fällt die Antwort eindeutig aus. „An einer Beschäftigung mit dem Thema Onlinehandel und auch einem Einstieg wird man langfristig nicht vorbeikommen“, ist der ehemalige Geschäftsführer der ANWR Media überzeugt. 

Passend zu diesen Erkenntnissen hat der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (BEVH) in diesen Tagen eine E-Commerce Bilanz für das vergangene Jahr vorgelegt. Wer gehofft hatte, dass sich das Wachstum im Onlinehandel verlangsamen würde, wurde von den aktuellen Zahlen enttäuscht. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. So fiel die Umsatzsteigerung im digitalen Handel mit Schuhen laut dem Branchenverband im vergangenen Jahr so hoch aus wie seit fünf Jahren nicht mehr. Ein Ende dieser Entwicklung scheint derzeit nicht absehbar. Jeder dritte Onlinekäufer bestellt demnach inzwischen mehrmals in der Woche Waren im Internet. Der Schuhhandel tut gut daran, diese Käuferschicht nicht „kampflos“ Zalando & Co. zu überlassen, sondern tragfähige Modelle zu entwickeln, die Umsätze generieren – und Gewinne.

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Laura Klesper / 29.01.2020 - 09:23 Uhr

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